Als Zukunftsforscher beschäftigt sich Tom Cheesewright mit dem Themen kommender Gesellschaften. Im Interview mit Stadionwelt spricht er derweil über das Stadion der Zukunft – von Energiespeichern hin zu Stadion-Robotern.
Stadionwelt: Bevor wir einen Blick in die Zukunft werfen, möchte ich zunächst einen Blick in die Vergangenheit richten. Was waren Ihrer Meinung nach die wichtigsten Meilensteine im Stadionbetrieb in den letzten 25 Jahren, die man vielleicht vor 100 Jahren als „Zukunftstechnologie“ bezeichnet hätte?

Tom Cheesewright Bild: privat
Cheesewright: Ich bin wahrscheinlich nicht der beste Ansprechpartner dafür, abgesehen von einer sehr allgemeinen Einschätzung. Ich bin kein Stadionfuturist und komme auch nicht aus der Sport- und Eventbranche. Meine Expertise liegt vielmehr im Prozess, der dabei hilft, in die Zukunft zu blicken. Dafür ist zwar ein gewisses Maß an Forschung in der Vergangenheit nötig, aber im Grunde geht es darum, aktuelle Herausforderungen und zukünftige Möglichkeiten zu verstehen und deren Schnittstellen zu erkennen. Aber ein paar Dinge stechen auch aus dieser Perspektive heraus. Erstens: Das Stadion als Vermögenswert muss heute deutlich intensiver genutzt werden als noch vor hundert Jahren. Viele Veränderungen in dieser Zeit zielten darauf ab, mehr Wert daraus zu schöpfen: Mehrfachnutzung, Gastronomieangebote, strengere Ticketkontrollen. All das basiert auf Technologien, die vor 100 Jahren wie Science-Fiction gewirkt hätten: teilsynthetische Spielfelder, bewegliche Rasenflächen, kontaktloses Bezahlen, Ticket-Scanner – selbst die Mikrowellen, mit denen man seine Pastete aufwärmt. Zweitens: Sicherheit. Von unserem Verständnis der Dynamik von Menschenmengen über Digitalfunk bis hin zu Videoüberwachung gab es enorme Fortschritte in der Fähigkeit, sichere Umgebungen für ein heute viel diverseres Publikum zu schaffen als vor hundert Jahren. Und obwohl das heute oft banal wirkt, wären diese Technologien damals unglaublich futuristisch gewesen.