„Vielfalt ist kein HR-Projekt“
Interview mit Daniela Wurbs, Leiterin der nationalen Beratungsstelle für Inklusion im Fußball KickIn!, über Inklusion und Chancengleichheit im Arbeitsmarkt Profisport.
Stadionwelt: Wie inklusiv ist der Fußballarbeitsmarkt aktuell wirklich – und wo liegen die größten strukturellen Zugangsbarrieren?
Die größten Barrieren sind dabei weniger vermeintliche individuelle Defizite, sondern strukturelle Ausschlüsse: informelle Zugänge, die nur über Netzwerke funktionieren, unbezahlte Praktika als Einstieg, sehr spezifische Erwartungshaltungen an „klassische Fußballbiografien“ oder auch fehlende Barrierefreiheit – sowohl physisch als auch kulturell. Wer nicht schon früh im System Fußball verankert ist, hat es deutlich schwerer, dort überhaupt Fuß zu fassen. Inklusion scheitert im Fußball also selten am fehlenden Interesse oder mangelnder Fußballkompetenz verschiedener Zielgruppen – sondern vielmehr daran, dass dessen Arbeitsplätze und -Strukturen nicht auf Vielfalt ausgelegt sind.
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