Riad: Nachhaltige Stadionsanierung für die WM 2034
Zur FIFA-Weltmeisterschaft 2034 in Saudi-Arabien wird das King Fahad Sports City Stadium in Riad nach Plänen von Populous modernisiert. Dabei stehen die Erneuerung und Umnutzung bestehender Bauelemente im Fokus.
In enger Zusammenarbeit mit dem saudischen Sportministerium verfolgt das Modernisierungsprojekt nicht nur das Ziel, die Kapazität des Stadions zu erhöhen und seine betriebliche Nachhaltigkeit zu verbessern, sondern auch die Infrastruktur für Zuschauer, Medien und Veranstalter auf ein neues Niveau zu heben. Gleichzeitig entsteht ein umfassender Mixed-Use-Masterplan für das umliegende Areal. Die Planungsstrategie basiert auf ökologischen und gesellschaftlichen Prinzipien und setzt auf den Erhalt, die Restaurierung und Wiederverwendung bestehender Gebäudeelemente sowie auf die Schaffung neuer Angebote für die umliegende Gemeinschaft.
Das ursprüngliche Membrandach des Stadions war nicht mehr in der Lage, die Anforderungen moderner Konzert- und Veranstaltungstechnik zu erfüllen. Statt die bestehenden Masten und Tragseile zu entsorgen, werden diese vor Ort wiederverwendet und in neue Photovoltaik-Überdachungen für die Parkflächen integriert. Die erzeugte Energie wird ausreichen, um den gesamten Energiebedarf des Stadions außerhalb von Veranstaltungstagen zu decken – einschließlich der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.
Die bestehende Osttribüne sowie die darunterliegenden Einrichtungen bleiben erhalten und werden umfassend modernisiert. Auf der Westseite wird die „Hive“-Struktur einschließlich der Bereiche für die königliche Familie bewahrt, um den charakteristischen Eindruck des Stadioninnenraums zu erhalten. Die Modernisierungen sind notwendig, um die heutigen Anforderungen internationaler Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen sowie die entsprechenden Medien- und Betriebsstandards zu erfüllen.
Zur Kapazitätserweiterung wird eine neue untere Tribünenebene geschaffen. Dafür werden Teile des Stadionbereichs um rund 10 Meter abgesenkt. Das dabei anfallende Erdmaterial wird nicht abtransportiert, sondern vor Ort wiederverwendet und dient der Gestaltung neuer Landschafts- und Trainingsflächen rund um das Stadion. Dadurch entsteht ein vielseitiger Freizeit- und Sportpark, der sowohl an Spieltagen als auch im Alltag genutzt werden kann.
Geplant sind unter anderem eine Fußballakademie, ein Sportzentrum, ein Amphitheater, eine FanZone, mehrere Kleinfeld-Fußballplätze, ein Footgolf-Parcours sowie verschiedene kommerzielle Nutzungen. Mehr als 400 bestehende Bäume auf dem Gelände werden während der Bauarbeiten sorgfältig umgesetzt und anschließend in den neu entstehenden Park integriert.
Auch die markante sechseckige Fassadenverkleidung, die bislang die Rampen- und Podiumsbereiche des Stadions umschloss, erhält ein zweites Leben. Sie wird für die neuen Landschaftsterrassen des Parks sowie zur Verkleidung eines neuen Energiezentrums und einer Umspannstation wiederverwendet.
Während der Bauarbeiten werden zudem Sitze, sanitäre Einrichtungen und Beleuchtungselemente des bestehenden Stadions sorgfältig demontiert und für weitere gemeinnützige Projekte aufbereitet.
Um die Silhouette und den Charakter des Stadions als Wahrzeichen der Skyline von Riad zu bewahren, wird ein neues System aus Tragwerksmasten installiert. Diese erfüllen die Anforderungen moderner Großveranstaltungen und ermöglichen die Aufnahme deutlich höherer Lasten. Ergänzt wird dies durch ein neues Seilnetz-Dach mit einer Fläche von rund 36.000 m², das weiterhin natürlichen Schatten für die Zuschauertribünen und die umliegenden Stadionbereiche bietet.

Auch im Innenraum profitieren die Zuschauer von innovativen Nachhaltigkeitslösungen. Populous hat hierfür eine neue Verdrängungskühlung entwickelt, die den Komfort für Besucher deutlich verbessert.
Auf Grundlage umfangreicher Klimaanalysen zur Wärmeentwicklung in den Betontribünen wurde ein System entwickelt, das die gespeicherte Restwärme reduziert. Halbautomatische, ausfahrbare Tribünenabdeckungen reflektieren tagsüber die Sonneneinstrahlung und verhindern die Aufheizung der Betonoberflächen. Dadurch kann die Temperatur des Betons um bis zu 8° C gesenkt werden. Werden die Abdeckungen vor Veranstaltungsbeginn eingefahren, entsteht deutlich weniger abstrahlende Wärme, was den Komfort der Zuschauer erhöht und gleichzeitig den Energiebedarf der Klimatisierung reduziert.
Shireen Hamdan, Global Director und General Manager von Populous Saudi Arabia, erklärt: „Es gibt keine universelle Lösung für nachhaltiges Design – jedes Projekt ist einzigartig und erfordert einen maßgeschneiderten Ansatz. Das King Fahad Sports City Stadium zeigt eindrucksvoll, wie Designstrategien, Materialien, Technologien und Bauweisen gemeinsam zu nachhaltigen Ergebnissen beitragen können. Dieses Projekt führt eine geliebte Sportstätte ins 21. Jahrhundert und minimiert dabei gleichzeitig die Umweltbelastung. So bewahren wir das Erbe des Stadions für kommende Generationen saudischer Fans und schaffen einen Ort für unvergessliche Erlebnisse.“
Populous verantwortet darüber hinaus die Planung zahlreicher weiterer bedeutender Sport- und Entertainmentprojekte in Saudi-Arabien. Dazu zählen die Qiddiya City Esports Arena, das Prince Mohammed bin Salman Stadium in Qiddiya City, das neue nationale Stadion Saudi-Arabiens – das King Salman Stadium in Riad – sowie das Aramco Stadium in Al Khobar. Alle drei Stadien werden ebenfalls Austragungsorte der FIFA-Weltmeisterschaft 2034 sein. (Stadionwelt, 09.06.2026)
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