„Der Bedarf an gut ausgebildetem Nachwuchs ist groß“
Die Hochschule für angewandtes Management (HAM) hat jüngst das Studium Sportjournalismus eingeführt. Stadionwelt sprach mit Prof. Dr. Dirk Jungels von der HAM, über Vorteile, Inhalte und Perspektiven des neuen Bachelors.
Stadionwelt: Herr Jungels, erst seit kurzem gibt es das Studium Sportjournalismus an der Hochschule für angewandtes Management. Trotzdem konnte im ersten Anlauf eine Kohorte gestartet werden. Wie erklären Sie sich diesen schnellen Erfolg?
Jungels: Die Tatsache, dass wir gleich starten konnten erklärt sich meiner Meinung nach aus bestimmten Aspekten. Zum einen gab es im Markt Bedarf nach einem spezialisierten Studiengang im Sportjournalismus, es sind in den vergangenen Jahren Ausbildungsgänge an Hochschulen dazu weggefallen und unser Angebot traf diese Lücke. Zum anderen ist es so, dass so gut wie alle anderen Angebote in diesem Bereich den Aspekt des Journalismus weniger abbilden als wir das mit unserem Studiengang unternehmen. Wir haben von Beginn an schon bei der Konzeption gesagt, dass wir Journalisten ausbilden wollen und keine Marketingfachleute. Dazu haben wir uns auch mit Experten aus der Branche getroffen, um uns bezüglich der Inhalte des Curriculums auszutauschen. Es macht einfach keinen Sinn an den Bedürfnissen des Marktes und damit sind hier die Medienunternehmen gemeint vorbei zu planen.
Im Zug dieses zweiten Aspektes ist zu erwähnen, dass wir eben auch viel mit Lehrbeauftragten zusammenarbeiten, die im Sportjournalismus beruflich unterwegs sind. Das macht unser Studienprogramm so praxisnah, was ganz sicher eine große Stärke ist. Auch werden die Studierenden von Beginn an mit dem praktischen Journalismus „konfrontiert“, d.h., wir starten eben nicht erst mit vielen theoretischen Veranstaltungen. Natürlich vermitteln wir auch das theoretische Rüstzeug, um etwa den Bereich Kommunikationswissenschaft, Mediennutzungs-Medienwirkungsforschung zu verstehen, doch achteten wir eben auf eine sinnvolle Mischung zwischen sehr praxisnahen und theoretischen Veranstaltungen. Und schließlich kommt wohl auch der Standort München mit seinen Sportmedien hinzu.
Stadionwelt: Warum sollten sich die jungen Leute für ein Sportjournalismus-Studium an der HAM entscheiden?
Jungels: Die aktuellen Studierenden haben sich für den Sportjournalismus entschieden, weil Sie Interesse an den beiden Themen nämlich Sport und Journalismus haben, d.h., sie wollen über den Sport – egal in welcher Form berichten. Das ist das grundsätzliche Interesse, dass unsere Studierenden mitbringen. An der HAM erlernen die Studierenden dazu die essentiellen Kompetenzen, es ist die Nähe zur Praxis, die für die Studierenden so attraktiv ist und in Kombination mit unserem semi-virtuellen Format können die Studierenden zeitgleich erfolgreich studieren und schon im Sportjournalismus arbeiten. Hinzu kommt, dass wir durch die Gespräche mit den Sport-Medienunternehmen, die wir schon vor der Konzeption und während der Phase der Konzeptionierung des Studiengangs geführt haben, klar herausgearbeitet haben, welche Kompetenzen die Arbeitgeber von den jungen angehenden Redakteur:innen erwartet werden – mit anderen Worten, was die Studierenden hier lernen wird auch gebraucht.
Stadionwelt: Die HAM ist für ihr innovatives Studium-Konzept, dem semi-virtuellen Konzept bekannt. Können Sie uns kurz die Vorteile des Konzepts für angehende Sportjournalisten erklären?
Jungels: Das semi-virtuelle Format ist aufgrund der Vereinbarkeit von Studium und beruflicher Tätigkeit für die Studierenden so interessant. Gerade im Journalismus ist es wichtig möglichst früh die ersten praktischen Erfahrungen auf Basis einer regelmäßigen Mitarbeit in Sportmedien, sei es bei Printmedien, im Hörfunk, im TV oder im weitesten Sinn in den digitalen Medien zu machen. Das HAM-Format bietet diese Chance. Ebenso ist es sehr gut möglich, auch dual-kooperativ zu studieren, also der Studierende wird vom Medienunternehmen ausgebildet und studiert zur gleichen Zeit bei uns. Auch hier erweist sich das semi-virtuelle Format als optimale Lösung.
Stadionwelt: Wie baut sich das Studium Sportjournalismus an der HAM auf und was sind die Inhalte des Studiums?
Jungels: Das Studium ist ein siebensemestriges Studium und beinhaltet unter anderem Veranstaltungen wie journalistische Darstellungsformen, in der der Studierende lernt, welche Formate es im Rahmen der journalistischen Berichterstattung gibt, wie etwa den Kommentar, den Bericht, das Feature, die Analyse und wie man diese schreibt. Weitere Veranstaltungen sind beispielsweise Recherche – die Studierenden lernen Recherchestrategien kennen und lernen, wie sie an die relevanten Informationen gelangen und wie sie glaubwürdige von unglaubwürdigen Quellen unterscheiden, was gerade im digitalen Bereich wichtig ist.
Auch werden die Studierenden darin unterrichtet, wie man für die digitalen Medien schreibt und berichtet, wie man einen Podcast produziert, wie man live kommentiert, welche Qualitätskriterien im Sportjournalismus es gibt, diskutiert werden, an welchen Stellen rechtlich auch Grenzen gesetzt sind oder eben auch nicht, wie man Interviews führt und wie man diese vorbereitet. Ich denke an der Aufzählung erkennt man sehr gut wie praxisrelevant diese Veranstaltungen sind, die wir im Studium – vermittelt durch Praktiker:innen – durchführen.
Stadionwelt: Die Studierenden haben neben eines Vollzeit- und Teilzeit-Studiums die Möglichkeit Dual-kooperativ zu studieren. Eine hervorragende Möglichkeit das Wissen direkt in einem Unternehmen anzuwenden. Welche Vorteile bringt dieses Modell noch mit sich?
Jungels: Sie sagen es. Praxis und Theorie sind hier wieder die Stichwörter. Dadurch erzielen die Studierenden einen besonders rasanten Kompetenz-Gewinn. Oftmals zahlt das Unternehmen auch die Studiengebühren. Die Unternehmen investieren in ihre Führungskräfte von morgen. Diese werden top ausgebildet und tragen bereits früh die DNA des Unternehmens in sich. Die Studierenden sind beim Abschluss der Ausbildung im Unternehmen und dem Abschluss des Studiums in jeder Hinsicht top qualifiziert. Nicht zuletzt kann auch die Abschlussarbeit mit Unternehmensbezug durchgeführt werden. Eine echte Win-Win-Situation.
Stadionwelt: Welche beruflichen Perspektiven und Unternehmen ergeben sich für die Absolventen/ Absolventinnen und wie schätzen Sie den Bedarf nach jungen Sportjournalisten/innen im Markt ein?
Jungels: Der Bedarf an gut ausgebildetem Nachwuchs ist groß, insbesondere im Bereich der digitalen Medien, denn gerade in Zeiten, in denen es mehr denn je auf Glaubwürdigkeit und Seriosität ankommt, darauf, dass eine gute Recherche stattfindet und die Journalist:innen wissen, wie man diese durchführt, ist eine qualitativ gute Ausbildung sehr wichtig und wird von den Arbeitgebern gefordert.
Stadionwelt: Welche Aufgaben kann ich nach dem Bachelor Sportjournalismus übernehmen?
Jungels: Wenn Sie das Studium erfolgreich beendet haben, können Sie erste journalistische Aufgaben erledigen, die etwa im Bereich der Recherche liegen oder auch erste Berichte anfertigen, Nachrichten und Meldungen verfassen und all das, was eine ältere Kollegin, ein älterer Kollege von Ihnen erwartet.
Stadionwelt: Ist in ferner Zukunft auch ein Master-Studiengang im Sportjournalismus an der HAM geplant? Falls ja, wie wird sich dieser vom Bachelor unterscheiden?
Jungels: Überlegungen dazu gibt es bereits. Der Master wird dann aber wohl breiter aufgesetzt werden und nicht nur den Sport umfassen, es sollen auch Journalisten anderer Ressorts das Angebot wahrnehmen. Wir überlegen derzeit einen internationalen Master anzubieten, die Module thematisch breiter aufzustellen.
Stadionwelt: Wohin können sich die Interessenten/ Interessentinnen wenden, um weitere Informationen zur Anmeldung und zum Ablauf zu erhalten?
Jungels: Ganz direkt gern bei mir unter meiner Mailadresse: dirk.jungels@fham.de. Oder einfach über die Website unter https://www.fham.de/studiengaenge/bachelor/sportjournalismus/
Stadionwelt: Berühmte letzte Worte?
Jungels: Anmelden, studieren und Freude haben und ab in die Sportmedien und los geht´s mit der Karriere.




