Ransomware und Datendiebstahl prägen das Jahr 2026

RIEDEL Networks analysiert über 180 Sicherheitsvorfälle: Ransomware, Datendiebstahl, KI und digitale Abhängigkeiten prägen die Bedrohungslage 2026. Der Report beleuchtet zudem betroffene Branchen und Angreifergruppen.

Der aktuelle OOPS H1-2026-Report von RIEDEL Networks gibt Einblicke in die Entwicklung der IT-Sicherheitslage im ersten Halbjahr 2026.
Der aktuelle OOPS H1-2026-Report von RIEDEL Networks gibt Einblicke in die Entwicklung der IT-Sicherheitslage im ersten Halbjahr 2026. Bild: Riedel Networks
RIEDEL Networks, Anbieter von maßgeschneiderten IT-Security- und Netzwerkdienstleistungen, veröffentlicht seinen aktuellen Report mit über 180 dokumentierten IT-Sicherheitsvorfällen aus dem ersten Halbjahr 2026. Die Auswertung macht deutlich, dass Cyberangriffe längst zur wirtschaftlichen Realität gehören. Betroffen sind heute Organisationen jeder Größe und Branche. Gleichzeitig gehen Experten von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus, da viele Vorfälle unentdeckt bleiben oder nicht öffentlich gemeldet werden.

Der Report zeigt, dass Ransomware auch 2026 zu den größten Cyberbedrohungen zählt. Gleichzeitig hat sich das Angriffsmuster weiterentwickelt: Ransomware und Datendiebstahl gehen heute meist Hand in Hand. In fast drei Viertel aller untersuchten Fälle wurden Daten bereits vor der Verschlüsselung exfiltriert. Sie entwenden sensible Informationen – teilweise im dreistelligen Gigabyte- bis Terabyte-Bereich – kündigen deren Veröffentlichung auf Leak-Seiten an, belegen ihre Forderungen mit Screenshots oder veröffentlichen die Daten unmittelbar. Kurze Fristen, öffentliche Darknet-Listungen und die Androhung von Datenleaks erhöhen den Druck auf betroffene Organisationen erheblich.

Der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz verschärft die Bedrohungslage zusätzlich. Phishing-Kampagnen, Social-Engineering-Angriffe und die Vorbereitung komplexer Cyberangriffe lassen sich dadurch schneller, gezielter und überzeugender umsetzen. Zugleich werden digitale Abhängigkeiten zunehmend zum Risikofaktor: Angriffe auf IT-Dienstleister, Logistikunternehmen, Abrechnungsstellen, Facility-Dienstleister oder Softwareanbieter können sich auf zahlreiche weitere Organisationen entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette auswirken. Besonders kritisch sind dabei nicht nur die unmittelbaren Folgen des Angriffs, sondern auch die Auswirkungen auf Geschäftsprozesse, Lieferketten, Kundenbeziehungen und das öffentliche Vertrauen.

„Cyberangriffe gehören heute zum Tagesgeschäft. Entscheidend ist nicht mehr, ob eine Organisation angegriffen wird, sondern wie gut sie darauf vorbereitet ist“, sagt Timo Imbrogno, Director Marketing bei RIEDEL Networks. „Cyber-Resilienz ist deshalb eine Führungsaufgabe – sie entscheidet über Kontrollverlust oder Handlungsfähigkeit.“

Ransomware bleibt die dominierende Angriffsform: Mit 76,1 % steigt der Anteil deutlich (32,5 % in H2-2025) und bleibt eine der häufigsten Methoden. Zunehmend tritt Ransomware in Kombination mit gezieltem Datendiebstahl auf (63,6 %), während das Eindringen in bestehende IT-Infrastrukturen nahezu immer den Ausgangspunkt bildet.

Cyberkriminelle dominieren das Angreiferbild: Mit rund 91 Prozent stellen finanziell motivierte Cyberkriminelle weiterhin die mit Abstand größte Angreifergruppe (86,95 % in H2-2025), während staatliche Akteure, die zunehmend alltägliche Kommunikationsplattformen für Spionagezwecke nutzen, leicht an Sichtbarkeit gewinnen.

Industrie, Gesundheit & Soziales und Logistik & Transport besonders betroffen: Angriffe konzentrieren sich weiter deutlich auf Industrieunternehmen (rund 32 %; 34,6 % in H2-2025). Gesundheit & Soziales (rund 11 Prozent) tritt als eigenständig stark betroffener Sektor hervor. Ebenso gewinnt Logistik & Transport (rund 9 %) an Sichtbarkeit.

Doppelerpressung als Standardmuster: Cyberangriffe werden zunehmend systematischer und arbeitsteiliger organisiert. Insbesondere Ransomware-Gruppen agieren heute kampagnenartig und branchenübergreifend, sodass kein Wirtschaftszweig mehr als zu klein oder unbedeutend gilt, um ins Visier von Angreifern zu geraten.

Der Report ordnet die daraus resultierenden Schadensfelder ein und unterstützt Unternehmen dabei, aktuelle Entwicklungen einzuordnen, wiederkehrende Schwachstellen zu erkennen und ihre Cyber-Resilienz gezielt zu stärken. Die aktuelle Bedrohungslage wird von wenigen besonders aktiven Ransomware-Gruppen geprägt. „Allein Qilin“ und „Akira“ sind für knapp die Hälfte der erfassten Ransomware-Vorfälle verantwortlich. Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Fragmentierung des Ökosystems: Neben den dominierenden Akteuren traten auch Gruppen wie Safepay und Thegentlemen durch zahlreiche Angriffe in Erscheinung. Insgesamt wurden Aktivitäten von mehr als 20 verschiedenen Ransomware-Gruppen beobachtet.

Ziel des Reports ist es nicht, betroffene Unternehmen öffentlich zu benennen. Stattdessen werden Muster, Ursachen und Auswirkungen der Vorfälle ausgewertet, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen und Best Practices abzuleiten. Aus diesem Grund verzichtet RIEDEL Networks auf die Nennung einzelner Unternehmensnamen. (Stadionwelt, 13.08.2026)

 

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