Bogotás Konzertarena: Wo Regen fällt und Musik spielt

In der kolumbianischen Stadt Bogotá entstand auf 2.600 m Höhe eine modulare Konzertarena für 45.000 Personen – realisiert von NÜSSLI in nur drei Monaten Bauzeit und ausgelegt für bis zu zehn Jahre Betrieb.

In Bogotás Konzertlandschaft hat sich etwas verändert. Wo bis vor Kurzem keine geeignete Infrastruktur für Großveranstaltungen stand, erhebt sich heute eine weitläufige U-förmige Arena Vive Claró mit Platz für rund 45.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Gebaut hat sie NÜSSLI – ein international tätiges Unternehmen für modulare Eventstrukturen, das bereits bei der Formel 1, den Olympischen Spielen und renommierten Openair-Festivals weltweit zum Einsatz kommt. Am 24. August 2025 fiel der Startschuss: Green Day rockten als erste Band die neue Spielstätte.

So sieht Bogotás neue Konzertarena aus der Vogelperspektive aus.
So sieht Bogotás neue Konzertarena aus der Vogelperspektive aus. Bild: Ocesa / Diego Cuevas

Drei Niederlassungen, ein Projekt

Umgesetzt wurde das Vorhaben durch die enge Zusammenarbeit der NÜSSLI Niederlassungen in der Schweiz, Spanien und Mexiko. Stellvertretend für das Projektteam fasst Daniela Rugeles die Herausforderung zusammen: „Dies war unser erstes Projekt dieser Größe in Kolumbien – wir mussten jedes Detail berücksichtigen, von den klimatischen Bedingungen bis zur Statik.“ Die Tribünenstruktur basiert auf dem bewährten NÜSSLI System und erfüllt sämtliche lokalen Erdbeben- und Sicherheitsnormen.

Technische Meisterleistung auf 2.600 Metern

Die Arena umfasst 17.300 reguläre Sitzplätze sowie 1.400 VIP-Plätze in zwei exklusiven Bereichen mit separatem Treppenaufgang. Unterhalb der Tribünen wurden 22 Verkaufsstände integriert – eine Anforderung, die direkt in die statische Berechnung einfloss. Erschwerend kamen die Höhenlage und das Wetter hinzu: Bogotá liegt auf rund 2.600 m über Meer, und Regen gehörte fast täglich dazu. „Es gab kaum zwei Tage ohne Regen – die Bedingungen waren anspruchsvoll, aber unser Team hat mit unglaublichem Einsatz gearbeitet“, schildert Rugeles. Logistisch war das Projekt ebenfalls fordernd: 70 Schiffscontainer mit Material aus Europa mussten koordiniert, zwischengelagert und punktgenau eingesetzt werden. Die Montage dauerte von Anfang April bis Anfang Juli 2025.

Auch Shakira trat in der Arena auf.
Auch Shakira trat in der Arena auf. Bild: Ocesa / Diego Cuevas

Bis zu zehn Jahre in Betrieb

Obwohl als temporäre Konstruktion konzipiert, wird die Arena vorerst nicht abgebaut. Der Betreiber OCESA Colombia schloss einen langfristigen Nutzungsvertrag mit der Stadt Bogotá ab – die Struktur soll voraussichtlich bis zu zehn Jahre als feste Spielstätte für nationale und internationale Konzerte dienen. Dass die Nachfrage vorhanden ist, zeigte sich schnell: Am 1. November 2025 kehrte Shakira mit ihrer „Las Mujeres Ya No Lloran World Tour“ in ihre Heimatstadt zurück. Vor ausverkauftem Haus spielte sie ein mehr als zweistündiges Programm, das ihre gesamte Karriere umspannte

Fachwissen, Flexibilität, Ergebnis

Für Danilo Della Ca, COO Event Structures bei NÜSSLI, steht das Bogotá-Projekt für das, was international ausgerichtete Teamarbeit leisten kann: „Solche Projekte zeigen, was möglich ist, wenn Fachwissen, Leidenschaft und Flexibilität zusammenkommen. Unsere Teams haben bewiesen, dass modulares Ingenieur-Knowhow weltweit Standards setzt – auch unter tropischem Regen.“ (Stadionwelt, 29.04.2026)

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