Optimale Bedingungen für den Leistungs- und Breitensport

Der Ausbau des Emslandstadions in Lingen von einer Wettkampfanlage Typ B zum Typ A wurde von PS+ Planung von Sportstätten geplant. Die Modernisierung umfasste unter anderem die Erweiterung der Laufbahn und eine neue Flutlichtanlage.

Nach gut einem Jahr Bauzeit erstrahlt das direkt am Dortmund-Ems-Kanal gelegene Emslandstadion in Lingen in neuem Glanz. Die Modernisierung umfasste die Erweiterung der Leichtathletikanlage auf acht Laufbahnen, die Installation modernster Wettkampftechnik und einer großen Anzeigetafel, die Errichtung einer neuen LED-Flutlichtanlage sowie die Instandsetzung der Funktionsgebäude und der Tribünenanlage. Als Wettkampfanlage Typ A ist das Emslandstadion  nun auch überregional für die Nachwuchsförderung sowie den Breiten- und Spitzensport geeignet. Es gehört damit zu einem der wenigen Standorte dieses Wettkampftyps in Norddeutschland.

Das Emslandstadion in Lingen wurde ausgebaut.
Das Emslandstadion in Lingen wurde ausgebaut. Bild: PS+

Ausbau zur Wettkampfanlage Typ A

Im Zentrum der Modernisierung stand die vollständige Erneuerung der Leichtathletikanlage. Durch den Ausbau auf acht Rundlaufbahnen verfügt das Emslandstadion nun über professionelle Rahmenbedingungen. Neben dem Schul- und Vereinssport können hier jetzt auch höherklassige Veranstaltungen stattfinden. Die Rundlaufbahn erhielt einen modernen Kunststoffbelag, in den sogenannte Smart-Tracks integriert wurden. Dabei handelt es sich um im Boden eingelassene Magnetstäbe. Über eine entsprechende App können Läuferinnen und Läufer ihre Trainingsleistungen präzise erfassen und analysieren. Auf verschiedenen Bahnen lassen sich unterschiedliche Distanzen – vom Sprint bis zum Langstreckenlauf – digital auswerten. Das System ermöglicht eine zeitgemäße Trainingssteuerung und unterstützt Sportlerinnen und Sportler dabei, ihre Leistung gezielt zu optimieren.

Die Anlagen für die technischen Disziplinen wurden komplett erneuert.
Die Anlagen für die technischen Disziplinen wurden komplett erneuert. Bild: PS+
Auch die Anlagen für die technischen Disziplinen wurden vollständig erneuert und erweitert. Eine Besonderheit stellt die Anordnung der Weitsprunganlage außerhalb der Rundlaufbahn direkt vor der Stufenanlage der Tribüne dar. Diese Position verbessert die Sichtbarkeit für Zuschauerinnen und Zuschauer und ist typischerweise eher bei größeren Stadien anzutreffen. Die beiden Weitsprunggruben liegen sich gegenüber, wodurch bei Wettkämpfen flexibel auf wechselnde Windverhältnisse reagiert werden kann. Zusätzlich steht eine weitere Anlage im nördlichen Segment für Trainingszwecke zur Verfügung.

Zeitmessung mit Integriertem Smart-Track-System.
Zeitmessung mit Integriertem Smart-Track-System. Bild: Hermann Pentemann
Für die Wurfdisziplinen wurde ein kombinierter Wurfkäfig errichtet, der sowohl für Diskus- als auch für Hammerwurf genutzt werden kann. Damit ist das Stadion auch für größere Leichtathletikveranstaltungen vorbereitet. Der Speerwurf kann aus zwei unterschiedlichen Richtungen erfolgen, was zusätzliche Flexibilität bei Wettkämpfen und Trainingsbetrieb schafft. Die Segmentflächen erhielten ebenfalls einen neuen Kunststoffbelag und wurden mit einem Graben für den Hindernislauf sowie modernen Anlagen für Hochsprung und Stabhochsprung ausgestattet. Neben den sportfunktionalen Aspekten spielt zudem die barrierefreie Nutzung des Stadions eine wichtige Rolle. Im östlichen Bereich der Anlage wurde eine Rampe zur Stufenanlage errichtet. Dadurch ist es nun auch für mobilitätseingeschränkte Personen möglich, das Gelände vollständig zu umrunden und an Veranstaltungen teilzunehmen.

Modernisierung des Spielfeldes

Acht Rundlaufbahnen ermöglichen einen professionellen Wettkampfbetrieb.
Acht Rundlaufbahnen ermöglichen einen professionellen Wettkampfbetrieb. Bild: PS+
Neben der Leichtathletikanlage wurde auch der zentrale Sportrasen umfassend saniert. Beschädigte Bereiche wurden ausgebessert und das Spielfeld technisch modernisiert. Eine neue automatische Beregnungsanlage stellt die Bewässerung sicher. Die Anlage nutzt dabei Wasser aus dem unmittelbar angrenzenden Dortmund-Ems-Kanal. Über eine Pumpstation am Rand des Geländes wird das Wasser angesaugt und anschließend unter Druck über oberirdische Regnerköpfe gleichmäßig auf der Rasenfläche verteilt. „Eine besondere Herausforderung bei der Planung

stellte der hohe Grundwasserstand dar“, erklärt Enje Clüver, Ingenieurin bei PS+. „Entsprechend wurde die Entwässerungsanlage speziell an die lokalen Bodenverhältnisse angepasst, um eine zuverlässige Ableitung von Niederschlagswasser zu gewährleisten und gleichzeitig optimale Spielbedingungen zu sichern.“

Neues Lichtkonzept

Das Emslandstadion erhielt eine leistungsfähige LED-Flutlichtanlage.
Das Emslandstadion erhielt eine leistungsfähige LED-Flutlichtanlage. Bild: Hermann Pentemann
Die verschiedenen Nutzungsbereiche des Emslandstadions, darunter die Kunststofflaufbahn mit dem innenliegenden Spielfeld, die überdachte Tribüne und die Sitzstufenanlage, werden seit dem Umbau durch eine leistungsstarke LED-Flutlichtanlage fachgerecht ausgeleuchtet. 28 Strahler auf 8 Masten sorgen dafür, dass die Beleuchtungsklasse 2 flächendeckend erreicht und eine gleichmäßige Beleuchtung garantiert wird, die das Trainieren zu verschiedenen Jahreszeiten bis in die Abendstunden hinein ermöglicht. Um eine möglichst geringe Beeinträchtigung der umliegenden Anwohnenden, des Straßen- und Schifffahrtverkehrs sowie der Flora und Fauna zu gewährleisten, wurde im Planungsprozess ein Lichtimmissionsgutachten erstellt und bei der Umsetzung berücksichtigt. „Mittels einer modernen DALI-Steuerung kann das Licht gedimmt oder in unterschiedlichen Stufen je nach Stadionbereich geschaltet werden. So kann beispielsweise das Fußballfeld explizit ausgeleuchtet werden; oder die Rundlaufbahn oder nur die Sprintstrecke. Insbesondere bei Trainingseinheiten lässt sich so Strom sparen. Außerdem wird die Lichtimmission dadurch weiter reduziert“, erklärt Jonas Heidbreder. Die LED-Strahler wurden auf einer Lichtpunkthöhe von 18 m montiert und mit insektenfreundlichen Strahlern versehen.

Die Flutlicht-Leuchte besteht aus einem Leichtgehäuse mit drei einzelnen LED-Modulen und 1.500 Watt pro Strahler. Durch die Anordnung und Ausrichtung der Strahler wird das Stadion mit deutlich über 200 Lux ausgeleuchtet. Die verschiedenen Beleuchtungsszenarien wurden im Vorfeld definiert und alle notwendigen Installationen anschließend fachgerecht verbaut und eingestellt. Insgesamt wurden auf einer Gesamtlänge von 6 km Strom-, LAN- und Versorgungskabel verlegt, u. a. für eine wettkampfgerechte Zeitmessanlage.

Das Emslandstadion erhielt eine leistungsfähige LED-Flutlichtanlage.
Das Emslandstadion erhielt eine leistungsfähige LED-Flutlichtanlage. Bild: Hermann Pentemann

Mit dem Ausbau zur Wettkampfanlage Typ A hat die Stadt Lingen eine Leichtathletikstätte von überregionaler Bedeutung erhalten. Für Vereine, Nachwuchstalente und Veranstalter eröffnen sich damit neue Möglichkeiten im Leistungs- und Wettkampfsport. Gleichzeitig bleibt das Stadion ein offener Bewegungsraum für die Bevölkerung und trägt so zur sportlichen Infrastruktur der Region bei. Ende August 2025 wurde das Emslandstadion Lingen fristgerecht wiedereröffnet. Im Rahmen der Niedersächsischen Leichtathletik-Landesmeisterschaften der U18 konnte die modernisierte Sportstätte dabei ihre erste Bewährungsprobe bestehen und ihre Funktionsfähigkeit erfolgreich unter Beweis stellen. (Sportplatzwelt, 31.03.2026)

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