21.06.2012 - Gummersbach


Weitere Details zur Schwalbe-Arena


Im Herbst sollen die Bauarbeiten für die neue Heimspielstätte des VfL Gummersbach beginnen, bevor der VfL pünktlich zur Saison 2013/14 seine neue Heimat bezieht. Gestern präsentierte die Arena Gummersbach GmbH weitere Informationen zur Halle.

Der Aufsichtsrat des Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach hatte sich für die HBM Stadien- und Sportstättenbau GmbH als Generalunternehmer beim Bau der Schwalbe Arena entschieden. HBM zeichnet im Arena-Sektor unter anderem für die Mannheimer SAP-Arena und die Berliner O2 World verantwortlich. Mit im Boot befindet sich das Architekturbüro HPP Architekten, die unter anderem ebenfalls bei der Gestaltung der SAP-Arena maßgeblich beteiligt waren. Da der Auftraggeber einen finanziell und zeitlich engen Rahmen vorgab, entwickelten HBM und HPP ein günstige und schlichte, aber zeitlose Arena. Gemeinsam gaben beide Unternehmen in den Räumen der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt Details zum Bau der Schwalbe-Arena preis.

Die etwa 100 Meter lange und 60 Meter breite sowie 13 bis 15 Meter hohe Arena wird in einem großmaßstäblichen Kontext auf dem ehemaligen Gummersbacher Industriegelände, dem Steinmüllergelände, errichtet. Auf der Südseite wird sich ein Vorplatz vor dem Haupteingang befinden. Da hier viel Publikumsverkehr erwartet wird, messen die Architekten der Gestaltung der Plätze der Außenanlage eine hohe Bedeutung zu.

Die Fassade des Eingangsbereiches wird als große, einladende und transparente Fläche konstruiert, während die restlichen Verkleidungselemente der Giebelseite aus Profilitglas, einem Industrieglas, bestehen. Die Längsseiten hingegen werden mit wärmegedämmten Metallpaneelen versehen. Auf der Seite, die zur Industriehalle Halle 32 führt, werden in vertretbarem Maß Öffnungen integriert, um einen Bezug zum Innen- und Außenbereich zu erhalten. Vom Haupteingang aus gelangen die Zuschauer über eine große Treppe auf die Promenade der Arena, auf deren Fläche der Versorgungsbereich der Halle eingerichtet wird.

Neben einer festinstallierten Tribüne, die Lagerflächen schafft, werden sich im Inneren der Halle Teleskop-Tribünen befinden. Außerhalb des Spielbetriebes bietet sich bei eingezogenen Tribünen so die Möglichkeit, gleichzeitig in einem durch Trennvorhänge abgesteckten Bereich der Halle den Unterricht der Schulen sowie in einem anderen Teil den Trainingsbetrieb der Profi-Sportler auszutragen. In der logischen Folge wurden die Funktions- und Sanitärräume der Schulen im Süden der Arena angesiedelt, während die Profi-Handballer des VfL Gummersbach im Norden einkehren, wo unter anderem Umkleideräume nach HBL-Vorgaben errichtet werden. Darüber hinaus ermöglichen die einfahrbaren Tribünen bei Events ein großes Aktionsfeld.

Bei Spielen des VfL Gummersbach liegt die Kapazität bei 4.132 Zuschauern. Das Fassungsvermögen teilt sich in 3.189 Sitzplätze, ausgestattet durch Schalensitze, und 648 Stehplätze auf. Der große Stehplatz-Bereich befindet sich auf der Südtribüne, 159 weitere Besucher können außerdem hinter den Sitzen der West- und Nordtribüne stehen. Des Weiteren stehen 84 Businessplätze zur Verfügung. Die Logenebene teilt sich in fünf Einzel- und eine Doppel-Loge auf. Eine Besonderheit stellt der ausgelagerte Businessbereich da, der aus Kostengründen in der anliegenden Halle 32 angelegt wird und über eine Brücke direkt erreicht werden kann.

Die Generalunternehmer haben mit 15.000 Arbeitsstunden kalkuliert und müssen einen engen Terminplan einhalten. Einen Tag nach der Vertragsunterzeichnung am 13. Juni 2012 begann umgehend die gemeinsame Planung, bevor voraussichtlich am 1. Oktober 2012 die ersten Bagger rollen. Bis zum März 2013 soll dann der Rohbau fertiggestellt werden, bevor die Arena am 15. Juli an die Arena Gummersbach GmbH übergeben werden soll. Um das kurze Zeitfenster ideal auszunutzen und das Projekt binnen kürzester Zeit zu realisieren, werden viele vorproduzierte Fertigteile eingesetzt.

In den letzten Jahren machte der VfL Gummersbach aufgrund finanzieller Probleme immer wieder Negativ-Schlagzeilen. Das Nutzungskonzept der neuen Arena soll dagegen kein Risiko darstellen und bei normalem Verlauf keine roten Zahlen schreiben. Kalkuliert hat die Arena Gummersbach GmbH demnach sehr konservativ mit sechs Großveranstaltungen pro Jahr. Wobei diese Einnahmen im ersten Jahr unter Umständen wegfallen, da das anliegende Einkaufszentrum, über den die zusätzlich benötigten Parkplätze generiert werden sollen, im Jahr 2013 noch nicht fertiggestellt sein wird. Der Hintergrund: Bei Großveranstaltungen werden mehr Parkflächen verlangt, als von der HBL, sodass die Gummersbacher auf die Parkplätze eines Einkaufszentrums zurückgreifen werden.

Die Baukosten für die neue sportliche Heimat des VfL Gummersbach belaufen sich auf 10,7 Millionen Euro, die aus öffentlichen und privaten Mitteln aufgebracht wurden. Rund fünf Millionen Euro erhielt die Arena Gummersbach GmbH vom Land, dazu kamen drei Millionen Euro Eigenkapital, davon 2,4 Millionen von der Wirtschaft, 2,4 Millionen Euro wurden zudem als Kredite aufgenommen. Das Grundstück auf dem Steinmüller-Gelände ist 290.000 Euro wert und wurde von der Stadt Gummersbach eingebracht.(Stadionwelt, 21.06.2012)





        





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