29.06.2012 - Offenbach


Sparda-Bank-Hessen-Stadion fertiggestellt


Während die Nationalmannschaft mit ihrer Ankunft in Frankfurt das Kapitel EURO 2012 endgültig zuschlug, begann wenige Kilometer weiter ein neuer Abschnitt: Der Bau des neuen Offenbacher Stadions ist offiziell abgeschlossen und soll der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft sein.

Der legendäre Bieberer Berg ist Geschichte, der Offenbacher FC hat ein neues Wohnzimmer – und der Versuch, das nostalgische Herz der OFC-Fans zufriedenzustellen, scheint geglückt. In dem Vier-Tribünen-Stadion mit offenen Ecken finden 20.500 Zuschauer Platz. Ganz nach englischem Vorbild. Die Gegengerade wurde komplett als Stehplatz-Bereich konzipiert. Fast die Hälfte der Stadionkapazität besteht aus Stehplätzen – einer der vielen Fan-Wünsche, den die Offiziellen umsetzten. Das Tribünendach, das über eine integrierte Flutlichtanlage verfügt, ist lediglich 21 Meter über dem Spielfeld platziert. Die steilen Tribünen beginnen wiederum lediglich 14 Meter neben dem Rasen.

Im Stadionkomplex steht außerdem ein 1.200 Quadratmeter großer Business-Bereich zur Verfügung – eine außergewöhnlich große Fläche für ein Stadion dieser Größenordnung. Erreicht wird dieses Ausmaß durch einen besonderen architektonischen Akzent, einer Schublade, einem Ausbruch aus der übrigen Fassade des Stadions. Und auch ökologisch-ökonomische Aspekte sind mit in die Planungen eingeflossen. So wird derzeit auf den Dächern der Nord- und Südtribüne eine 3.800 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage installiert, über die das Stadion rechnerisch komplett betrieben werden könnte. An das neue Stadion wurde zudem ein in der Vereinsfarbe Rot verklinkerter Verwaltungstrakt gebaut, in dem die Büros der OFC-Geschäftsstelle und des Betreibers einziehen. Auch eine Filiale der Sparda-Bank Hessen, ein OFC-Fanshop sowie eine Kommunikations-Agentur und ein Friseur und Kosmetikstudio sind unter das Dach des Stadions eingezogen, dessen Haupttribüne direkt am neuen Waldemar-Klein-Platz liegt: „Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion auf dem Bieberer Berg am Waldemar-Klein-Platz – was will man mehr?“, jubelt Jürgen Weber, Offenbach-Fan und Vorsitzender der Sparda-Bank Hessen eG.

Die Kosten für den Neubau betrugen 25 Millionen Euro. Der OFC wird als Hauptmieter zur Refinanzierung beitragen, während zehn Millionen aus dem hessischen Landesausgleichsstock und fünf Millionen aus dem Haushalt der Stadt Offenbach sowie fünf Millionen von der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH beigesteuert wurden. Die verbleibenden fünf Millionen Euro stemmte die Sparda-Bank Hessen eG, die im Gegenzug die Namensrechte am neuen Stadion sicherte, sich aber auch unter anderem finanziell (in Höhe von 50.000 Euro) für den Erhalt der legendären Flutlichtmasten vom ehemaligen Bieberer Berg stark macht. Die Restaurierung eines Masts wird mindestens 130.000 Euro kosten.

Folgen auf die positiven Schlagzeilen aus der Offenbacher Stadionwelt nun auch die angestrebten sportlichen Erfolge, können die Offenbacher Kickers womöglich in eine wirtschaftlich und sportlich erfolgreiche Zukunft blicken: „Wenn es uns gelingt in die zweite Liga zurückzukehren, dann haben wir einen großen Wettbewerbsvorteil. Denn dann wird kein Verein – Stand heute –mit so einem Stadion, mit so einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis agieren. Spätestens dann haben wir einen Wettbewerbsvorteil, im alten Stadion hatten wir dagegen einen Wettbewerbsnachteil“, so Thomas Kalt, Geschäftsführer der OFC Profisport GmbH.

Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH und der SBB Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH Offenbach, sagte: „Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion ist exakt im Zeit- und Kostenrahmen fertig gestellt worden und ich kann voller Stolz sagen, all die Mühe und der Aufwand haben sich gelohnt.

Der Neubau war notwendig geworden, da der OFC sich am alten Bieberer Berg nicht im Profifußball hätte etablieren können. Durch die neuen Sicherheitsvorschriften des DFB wäre ein Umzug in ein Nachbarstadion unumgänglich geworden. Seit Februar 2011 wurde in Offenbach daher das traditionsreiche Stadion am Bieberer Berg stückweise abgerissen und bei laufendem Spielbetrieb als Sparda-Bank-Hessen-Stadion neu gebaut. (Stadionwelt, 29.06.2012)





        





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Felix am 19.12.2012, 12:49 Uhr

Der alte Bieberer Berg war echt klasse, das neue Ding kann da nicht mithalten. Kalt, steril, völlig billig und grottenhässlich. Tut mir leid für die Kickers-Fans.


thunderlike am 03.07.2012, 14:24 Uhr

Hättet ihr beiden Schwätzer das bezahlt???? Sollen wir einen auf Bielefeld, Lautern, Dresden oder Aachen machen, die sich ihre Stadien überhaupt nicht leisten können und am staatlichen Tropf hängen???

Ja, das mit den Pfosten ist ärgerlich aber verkraftbar...


MariO am 02.07.2012, 17:49 Uhr

ja, das mit den Sichtbehinderungen ist wirklich vorheriges Jahrhundert. Also ich finde das Stadion ein wenig ärmlich.
Hier mal ein aussagekräftiges Foto!
http://www.pic-upload.de/view-14717458/OFC4.png.html


Gerd am 01.07.2012, 22:36 Uhr

und was ist mit den Plätzen hinter den übermächtigen Betonstützen?
Im 21. jahrhundert sollten Tribünen ohne sichtbehindernde Dachstützen doch Standard sein.



Supporter am 30.06.2012, 00:43 Uhr

Glückwunsch an den OFC und seine Fans, eine würdige Spielstätte mit Top-Gegengerade! Sieht recht nach Fußball aus!