Mit der Neuauflage des WM-Finales 1958 zwischen Schweden und Brasilien in Solna, direkt zwischen zwei Stockholmer Stadtteilen gelegen, kam es gestern zum Abschiedsspiel des Råsunda Fotbollstadions. Danach erfolgt der Abriss eines Stücks Stadiongeschichte.

Die Tage einer der ältesten und bekanntesten Sportstätten Schwedens sind damit gezählt. Wenn die neue Friends Arena am 27. Oktober eröffnet wird, bedeutet das gleichzeitig das Ende des 1937 eröffneten bisherigen Nationalstadions. Beide Stadien befinden sich in Solna, einer Gemeinde, die wie eingekeilt zwischen zwei Stadtteilen der Hauptstadt Stockholm am Nordufer des Mälarsees liegt.
Hauptnutzer war schwedische Erstligist AIK Solna, zudem trugen dort die „Tre Kronor“ den Großteil ihrer Heimspiele aus. Es befindet sich im Besitz des nationalen Fußballverbandes Svenska Fotballförbundet (SvFF). Die Friends Arena wird das Råsunda in diesen Funktionen ablösen.

Die noch bestehende Sportstätte wurde zwar 1937 eröffnet, aber bereits vorher befand sich an derselben Stelle ein Stadion, das aus dem Jahr 1910 stammte und 12.000 Zuschauern Platz bot. Während der Olympischen Sommerspiele 1912 in Stockholm war es Austragungsort einiger Fußballspiele und Wettbewerbe der Sportschützen. Der Nachfolger, das heutige Råsunda, hatte zu Beginn 40.000 Zuschauerplätze. Heute schwankt die Kapazität je nach Nutzung zwischen 35.000 und 36.608 Besuchern. Der Zuschauerrekord stammt aus dem Jahr 1965, als 52.943 Fans ein Länderspiel zwischen Schweden und Deutschland sahen.
Das Råsunda besteht seit je her aus vier einzelnen Tribünen, drei davon verfügen über zwei Zuschauerränge, nur die Westtribüne ist mit einem Rang etwas kleiner geraten. Die enge und steile Bauweise trägt einen entscheidenden Anteil zur guten Stimmung in der Spielstätte bei, vor allem bei den Stockholmer Derbys in der ersten schwedischen Liga, der Allsvenskan. Die UEFA hat das Råsunda zudem mit vier Sternen in die zweithöchste Kategorie aufgenommen.

Einen seiner Höhepunkte erlebte das nach einem Stadtteil von Solna benannte Stadion nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei der Fußball-WM 1958 in Schweden ging dort der Stern eines damals 17-jährigen Brasilianers namens Edson Arantes do Nascimento auf. Mit seinen Fähigkeiten begeisterte er das Publikum, führte Brasilien im Finale gegen Schweden zum ersten Titel und ging unter dem Pseudonym Pelé als einer der besten Fußballer aller Zeiten in die Geschichte ein.

Im Sommer 1992, Schweden war Gastgeber der Europameisterschaft, erlebte das Råsunda Fotbollstadion ein weiteres großes Turnier. Drei Jahre später sorgte die Spielstätte sogar für ein bis dato einmaliges Ereignis im Weltfußball. Weil bei der zweiten Frauen-WM 1995 das Finale hier stattfand, war das Stadion das erste, das sowohl bei einer Endrunde der Männer als auch bei den Frauen Austragungsort des Finales sein konnte.
Nach der WM der Männer 1994 und der Frauen 1999 ist mittlerweile auch der Rose Bowl in Pasadena im Großraum Los Angeles zu dieser Ehre gekommen. Die deutsche Nationalmannschaft der Damen stand in Schweden zum ersten Mal im Endspiel, verlor aber gegen Norwegen. In der Saison 1997/98 fand in Solna zudem das vorletzte Finale des Europapokals der Pokalsieger statt. Auch in diesem Fall verlor eine deutsche Mannschaft. Der VfB Stuttgart unterlag Chelsea FC vor 30.000 Zuschauern mit 0:1.
Weitere Bilder des Råsunda Fotbollstadions finden Sie in dieser Galerie. (Stadionwelt, 16.08.2012)

Braucht Fußball-Deutschland ein Nationalstadion? Viele Länder haben ein Nationalstadion, in dem die jeweilige Nationalmannschaft ihre Heimspiele austrägt. Das weltweit bekannteste Nationalstadion ist sicher das Wembley in London. Sollte der DFB auch eine Spielstätte als „Heimstadion“ auswählen?

Die monatliche TOP 100-Zuschauertabelle mit allen deutschen Mannschaften, die eine „Ball"-Sportart betreiben. | Platz | Verein | Preis/Tor |
| 1. | Bayern München | 12,28 € |
| 2. | Bayer Leverkusen | 14,20 € |
| 3. | Borussia Dortmund | 14,63 € |
| 4. | Hannover 96 | 15,69 € |
| 5. | FC Schalke 04 | 16,68 € |