30.07.2012 - Olympia 2012


Olympia: Stadien werden mit Soldaten gefüllt


Hunderttausende Fans bekamen keine Tickets für Olympia. Trotzdem blieben am ersten Wochenende viele Plätze leer. Jetzt müssen Soldaten und Schulklassen aushelfen, damit die Stadien bei Wettbewerben wie Turnen, Tennis, Basketball und Schwimmen im Fernsehen voller aussehen.

„Als Ryan Lochte und Michael Phelps um den Einzug ins Finale über 400 Meter Lagen schwammen, waren allein in einem Block etwa 500 Sitze nicht besetzt", wie Süddeutsche.de berichtet. „Beim Turnen gab es 1.000 unbesetzte Stühle, obwohl die Veranstaltung offiziell ausverkauft war. Beim Volleyball war ein Viertel der 15.000 Menschen fassenden Halle leer, beim Dressurreiten gar ein Drittel. Auch beim Tennisturnier in Wimbledon und beim Basketball waren die Arenen nicht vollständig besetzt", heißt es weiter.

Das Organisationskomitee hat bereits reagiert. Am Samstag wurden teilweise die freien Sitze mit britischen Soldaten gefüllt. Auch an Schüler, Studenten und Lehrer wurden Tickets verteilt. Schon bei den Olympischen Spiele 2008 in Peking wurden Schulklassen zum Jubeln in die Stadien geschickt.

Von einem Ticketskandal, wie ihn einige britische Medien herbeischrieben, wollten die Organisatoren aber noch lange nichts wissen. Organisationschef Sebastian Coe blieb nach außen hin noch ruhig: „Ich glaube nicht, dass das längerfristig ein Thema sein wird“, sagte er am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Einige Events sind aber auch gut besucht. Die Vorläufe beim Rudern, eine gute Stunde außerhalb Londons am Dorney Lake nahe Eton und Windsor ausgetragen, verfolgten 25.000 Besucher. Beim Radrennen der Männer säumte eine Million Menschen die Straßen.

„Laut Organisationskomitee handelt es sich bei den leeren Sitzen um drei verschiedene Kategorien: Die einen sind reservierte Plätze für Journalisten. Wenn von einer bestimmten Disziplin nur wenige Vertreter berichten wollen, bleiben diese Plätze leer. Die zweite Kategorie sind die Plätze für Vertreter von Regierungsbehörden und Funktionäre. Dort gilt das gleiche wie bei den Journalisten: Wenn wenige erscheinen, sitzt eben keiner auf den Stühlen. Es ist die dritte Kategorie, über die nun diskutiert wird und die vor allem Organisationschef Coe verärgert: Sponsoren haben etwa fünf Prozent der Tickets erhalten und das sind nun zu einem großen Teil die Sitze, die nicht besetzt sind", berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Eine kuriose und für die Veranstalter wohl auch peinliche Geschichte ereignet sich im Aquatics Center. Über 600 Besucher, die schon im April Tickets für über 50 Euro ergattert hatten, können die Leistungen der Turmspringer nicht optimal verfolgen. Die Zuschauer können nur die letzten Sekunden der Eintauchphase sehen, da sie zu weit oben in der Halle sitzen und somit den Beginn eines Sprunges nicht sehen können. Informiert wurden die Ticketinhaber im Voraus nicht, wie deutsche Medien berichten. (Stadionwelt, 30.07.2012)

Alle Informationen zu London 2012 finden Sie in unserem Special





        





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Kommentare:

Uthu am 31.07.2012, 22:37 Uhr

Seit anscheinend bereits etlichen Olympischen Spielen sind die offiziellen Ticketverkaufszahlen und die tatsächlichen Auslastungen irgendwie auffällig differenziert. Das kann doch sicherlich nicht nur an irgendwelchen \"Ticketverteilungsmanipulationen\" liegen. Es ist vielmehr das
wirkliche Interesse vom Zuschauer, wohl auch einhergehend mit
dem Gefühl, dass Athleten vielleicht doch nicht ganz nur auf
\"natürliche Weise\" fit und erfolgsbessen sind. Und dafür ist
eine Olympiade wohl auch einfach zu teuer für die Besucher.


tutu am 31.07.2012, 22:08 Uhr

Hast du den Artiekl überhaupt gelesen? Die Stadien sind ausverkauft, allerdings kommen einige Journalisten, Funktionäre und Sponsoren nicht zu den Wettkämpfen und diese Plätze wurden nun mit Soldaten besetzt. Das hat nichts mit Schummelei zu tun.


Casual-F95 am 30.07.2012, 19:14 Uhr

jaja immer diese schummelei damit d?e b?lanz als ausverkauft gilt