18.07.2012 - Offenbach


Neues OFC-Stadion eröffnet


Nach knapp eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das Sparda-Bank-Hessen-Stadion, die neue Heimspielstätte des Offenbacher FC Kickers, mit dem Freundschaftsspiel gegen Bundesligist Bayer 04 Leverkusen eröffnet. Die Fußball-Arena bietet Platz für 20.500 Zuschauer.

Der legendäre Bieberer Berg ist Geschichte, die Kickers weihen ihr neues Wohnzimmer ein – und der Versuch, das nostalgische Herz der OFC-Fans zufriedenzustellen, scheint geglückt. „Wir waren zunächst skeptisch, was da entstehen wird und auf einen zukommt. Aber im Nachhinein bin ich sehr begeistert und freue mich auf das neue Stadion“, ist Thorsten Franke vom Kickers Fan Museum zufrieden. In dem Vier-Tribünen-Stadion mit offenen Ecken finden 20.500 Zuschauer Platz, ganz nach englischem Vorbild. Die Gegengerade wurde komplett als Stehplatz-Bereich konzipiert. Fast die Hälfte der Stadionkapazität besteht aus Stehplätzen – einer der vielen Fan-Wünsche, den die Offiziellen umsetzten. Das Tribünendach, das über eine integrierte Flutlichtanlage verfügt, ist 21 Meter über dem Spielfeld platziert. Die steilen Tribünen beginnen wiederum 14 Meter neben dem Rasen. „Ich hatte schon Angst, dass es eine Arena wird. Als ich dann die Präsentation gesehen habe, dachte ich nur: Wow“, erinnert sich Alexander Knöss, Zweiter Vorsitzender des Kickers Fan Museum, an den 12 Januar 2011 zurück, als in der Offenbacher Stadthalle die Baupläne vorgestellt wurden. Auch für Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider, selbst ein „Offenbacher Bub“ wird eine Vision wahr: „Ich habe immer wieder die Baustelle besucht und immer wieder musste ich mich kneifen.“

Auf dem Bieberer Berg am Waldemar-Klein-Platz

Im Stadionkomplex steht außerdem ein 1.200 Quadratmeter großer Business-Bereich zur Verfügung – eine außergewöhnlich große Fläche für eine Spielstätte dieser Größenordnung. Erreicht wird dieses Ausmaß durch einen besonderen architektonischen Akzent, einer Schublade, einem Ausbruch aus der übrigen Fassade des Stadions. „Es ist fantastisch diese Konstruktion anzuschauen. Es sind Elemente und Detailpunkte zu sehen. Es ist nicht alles verkleidet“, ist Heinrich Hillebrand, Vorsitzender des beauftragten Generalübernehmers Bremer AG, sichtlich zufrieden. Und auch ökologisch-ökonomische Aspekte sind mit in die Planungen eingeflossen. So wird derzeit auf den Dächern der Nord- und Südtribüne eine 3.800 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage installiert, über die der gesamte Energiebedarf des Stadions gedeckt werden könnte. An die neue Sportstätte wurde zudem ein in der Vereinsfarbe Rot verklinkerter Verwaltungstrakt gebaut, in dem die Büros der OFC-Geschäftsstelle und des Betreibers einziehen. Auch eine Filiale der Sparda-Bank Hessen, ein OFC-Fanshop und eine Kommunikations-Agentur sowie ein Friseur- und Kosmetikstudio sind unter das Offenbacher Dach eingezogen, dessen Haupttribüne direkt am neuen Waldemar-Klein-Platz liegt: „Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion auf dem Bieberer Berg am Waldemar-Klein-Platz – was will man mehr?“, jubelt Jürgen Weber, Offenbach-Fan und Vorsitzender der Sparda-Bank Hessen eG.

Das Stadion verfügt außerdem über Erweiterungsmöglichkeiten. Die Gegentribüne kann noch erweitert werden und es gibt Raum, um eine weitere Etage für Logen zu errichten. „Sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg könnte für uns der Grund sein, hier noch einmal eine kleine Baustelle aufzumachen“, so Peter Walther, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH und der SBB Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH Offenbach.

Die Kosten für den Neubau betrugen 25 Millionen Euro. Der OFC wird als Hauptmieter zur Refinanzierung beitragen, während zehn Millionen aus dem hessischen Landesausgleichsstock und fünf Millionen aus dem Haushalt der Stadt Offenbach sowie weitere fünf Millionen von der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH beigesteuert wurden. Die verbleibenden fünf Millionen Euro stemmte die Sparda-Bank Hessen, die im Gegenzug die Namensrechte am neuen Stadion sicherte, sich aber auch unter anderem finanziell (in Höhe von 50.000 Euro) für den Erhalt der legendären Flutlichtmasten vom ehemaligen Bieberer Berg stark macht. Die Restaurierung eines Masts wird mindestens 130.000 Euro kosten.

Das Betriebskonzept lebt neben dem Fußball davon, dass das Stadion auch gemietet werden kann. Geburtstagsfeiern in den Logen oder Hochzeiten im Anstoßkreis gehören zu den zahlreichen Veranstaltungsmöglichkeiten. Auch eine Marktlücke soll die Spielstätte im Rhein-Main-Gebiet schließen. Konzerte, die nicht die Größenordnung für die Frankfurter Commerzbank Arena bieten, erhalten durch das Sparda-Bank-Hessen-Stadion eine neue Alternative.

Stadion für die Zukunft

Folgen auf die positiven Schlagzeilen aus der Offenbacher Stadionwelt nun auch die angestrebten sportlichen Erfolge, können die Offenbacher Kickers womöglich in eine wirtschaftlich und sportlich erfolgreiche Zukunft blicken: „Wenn es uns gelingt in die zweite Liga zurückzukehren, dann haben wir einen großen Wettbewerbsvorteil. Denn dann wird kein Verein – Stand heute –mit so einem Stadion, mit so einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis agieren. Spätestens dann haben wir einen Wettbewerbsvorteil, im alten Stadion hatten wir dagegen einen Wettbewerbsnachteil“, so Thomas Kalt, Geschäftsführer der OFC Profisport GmbH.

Der Neubau war notwendig geworden, da der OFC sich am alten Bieberer Berg nicht im Profifußball hätte etablieren können. Durch die neuen Sicherheitsvorschriften des DFB wäre ein Umzug in ein Nachbarstadion unumgänglich geworden. „Ich hätte auch gerne das Stadion Bieberer Berg behalten, aber es gab keine Alternative zu einem Neubau“, erzählt Alex Knöss, aber der traditionsbehaftete Bieberer Berg war nicht mehr in der Lage die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Seit Februar 2011 wurde in Offenbach daher den traditionsreichen Spielort am Bieberer Berg stückweise abgerissen und bei laufendem Spielbetrieb als Sparda-Bank-Hessen-Stadion neu gebaut. „Da ist natürlich ein Stück Heimat weggerissen worden und man hat richtig getrauert“, beschreibt Knöss seine Emotionen und fügt an: „Aber es bleibt ja trotzdem der Bieberer Berg, der wird immer da sein“. 533 Tage nach der Präsentation der Pläne konnte der Stadionbau dann offiziell und auf den Tag genau im Zeitrahmen, am 29. Juni abgeschlossen werden. „Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion ist exakt im Zeit- und Kostenrahmen fertig gestellt worden und ich kann voller Stolz sagen, all die Mühe und der Aufwand haben sich gelohnt“, zieht Walther ein durchweg positives Fazit (Stadionwelt, 18.07.2012)

Weitere Bilder des neuen Sparda-Bank-Hessen-Stadions finden Sie in unserem Stadionguide





        





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niteC am 30.07.2012, 16:36 Uhr

Schönes Stadion, für wenig Geld, sehr vorbildlich! Ich hätte nur noch die Ecken und den Teil zwischen Dach und Tribüne komplett verschlossen, damit mehr Stimmung und Widerhall im Stadion bleibt und zudem der Zug etwas eingedämmt wird. Aber ansonsten absolut 3. Liga-tauglich, auch eine Klasse höher sicherlich noch im Mittelfeld.


Gast am 27.07.2012, 18:42 Uhr

Das in Essen wird auch um einiges teurer werden. Natürlich ist das Stadion billig, für 25 Mio. bekommt man halt kein Luxustempel. Geld für eine Dachkostruktion ohne Sichtbehinderung kostet halt. Dann hätte man nur ein Stadion zwischen 15-18 k bauen können, wenn es wertiger sein sollte.
So bietet es Platz bis zu 23k zuschauer( mit ausbau )
Zweckbau mit gutem Preis/Leistung Verhältnis.


Asiaten sind die neue Nr. 1 am 23.07.2012, 14:58 Uhr

Deshalb schafft sich Deutschland ab, die Aussagen von Knöss und Franke spiegeln das wider - Angst vor Neuem, lieber am alten, altbewährten festhalten. Ganz schlimm.


Thomas Maier am 22.07.2012, 12:19 Uhr

Ich war seit 1975 regelmäßiger Besucher des Bieberer Berges, seit 1999 Dauerkarteninhaber. Leider ist diese Arä jetzt zu Ende gegangen. Das neue Stadion ist an architektonischen und optischen
Fehlleistungen kaum zu überbieten: Die Öffnungen an der Rückseite der Gegengerade ist ca. 5m hoch, wodurch ist auf der Tribüne zieht, ( laut Herrn Kalt angebechlich Vorgabe der Sicherheitsbehörden, komisch nur dass Paderborn, Halle, Wiesbaden... alle geschlossen sind); als Folge davon ist das Dach um ca. 3-5m zu hoch, so das die Höhen-Längenproportionen überhaupt nicht passen; die Dachkonstruktion ist so ausgeführt, das eine Eckenschluss überhaupt nicht möglich ist; die, früher viel kritiesierten snitaäranlagen sind noch kleiner wie zuvor; der angeblich zu kleiner Sicherheitsbereich zur Bieberer Str,/Bundesstr. ist noch kleiner geworden; Das Catering (früher sehr vielfältig) spottet jeder Beschreibung. Schlußendlich ein neues Stadion und ein alter Besucher weniger.


fgtgfghgf hsvcg am 22.07.2012, 11:52 Uhr

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Werder70 am 20.07.2012, 15:20 Uhr

Also wenn man dieses Stadion mit dem noch im Bau befindlichen Stadion in Essen (ungefähr die gleiche Kapazität) vergleicht, wirkt es doch ein wenig günstig, um nicht zu sagen billig.


Andre am 20.07.2012, 15:07 Uhr

Es gibt viele Sitzschalen direkt hinter Betonsaeulen. Werden diese Tickets verkauft oder verschenkt...