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17.03.2017 - Karlsruhe


„Liga-Zugehörigkeit spielt für den Bau keine Rolle“


Ingo Wellenreuther
Ingo Wellenreuther
Die Stadt Karlsruhe wird einen Eigenbetrieb für den Neubau des Wildparkstadions gründen. Im Interview mit Stadionwelt spricht Ingo Wellenreuther, Präsident des KSC, über die nächsten Schritte beim Stadionbau.

Der Karlsruher Gemeinderat hat mit großer Mehrheit dem geplanten Eigenbetrieb des Wildparkstadions zugestimmt. Am 1. April 2017 nimmt der Betreib seine Arbeit auf. Der „Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark“ wird sich zunächst um das Vergabeverfahren für den Neubau kümmern. Ab dem 1. Januar 2018 werden außerdem die Infrastruktur und der wirtschaftliche Betrieb des Stadions überschrieben. Der Karlsruher SC ist auch dann weiterhin für den Spiel- und Verwaltungsbetrieb zuständig.

Ende Januar endete die europaweite Ausschreibung für den Stadion-Neubau des Karlsruher SC. Vereinspräsident Ingo Wellenreuther nennt im Interview mit Stadionwelt die Besonderheiten bei der Finanzierung des Projektes und erklärt den weiteren Zeitplan.

Stadionwelt: Am 18. November 2016 wurden die Verträge für den KSC-Neubau unterzeichnet. Das Projekt befindet sich allerdings schon seit einigen Jahren in Planung. Warum hat es letztendlich so lange mit der Vertragsunterzeichnung gedauert?
Wellenreuther: In der Tat hat das Projekt eine über 20-jährige Vorgeschichte: Es gab in den Jahren 1994 bis 1998 sowie von 2005 bis 2009 jeweils zwei intensive Planungsphasen, die beide von der Stadt Karlsruhe nicht mehr weitergeführt wurden. Das derzeit amtierende Präsidium des KSC hatte Anfang März 2013 dem neuen Oberbürgermeister seine ständige Verhandlungsbereitschaft mitgeteilt, um ihn dabei zu unterstützen, sein Versprechen einer Realisierung eines Stadion- Neubaus einzulösen. Nachdem im November 2013 der KSC das komplette Anforderungsprofil definiert hatte, konnten nach umfangreichen Verhandlungen im November 2016 alle fünf umfangreichen Verträge zwischen dem KSC und der Stadt Karlsruhe unterschrieben werden. Wir sind sehr froh, dass das Projekt damit endlich in trockenen Tüchern ist.

Stadionwelt: Was sind die weiteren Meilensteine beim neuen Wildparkstadion?
Wellenreuther: Die Stadt Karlsruhe ist Bauherr und hat am 8. Dezember 2016 die Ausschreibung des Bauvorhabens europaweit bekanntgegeben. Bis Ende Januar konnten interessierte Bieter ein Angebot abgeben. Nach Auswahl geeigneter Bewerber erwarten wir bis Mai 2017 die ersten Entwürfe. Es folgen anschließend mehrere Verhandlungsrunden, bis dann im Dezember nach einem Beschluss des Karlsruher Gemeinderats der konkrete Totalunternehmer beauftragt wird. Anfang 2018 wird mit den Bauarbeiten begonnen, die hoffentlich spätestens Ende 2019 bzw. Anfang 2020 fertiggestellt sind.


Das vollständige Interview mit KSC-Präsident Ingo Wellenreuther zum Stadion-Neubau in Karlsruhe finden Sie in der kommenden Ausgabe von Stadionwelt INSIDE (01/2017 – Februar). Weitere Themen des Magazins sind Hotels an Sportstätten sowie das aktuelle Stadion- und Arena-Ranking.
Informationen und Bestellmöglichkeiten von Stadionwelt INSIDE

Stadionwelt: Der Karlsruher SC wird für das neue Stadion eine Pacht in Höhe von 1,5 Mio. Euro (2. Liga) bzw. 3,5 Mio. Euro (1. Liga) zahlen. Einige Fans befürchten, dass der Verein durch die Zahlungen in finanzielle Schieflage geraten könnte. Sind die Sorgen realistisch?
Wellenreuther: Nach Auffassung von Experten nicht. Im Übrigen leistet der KSC neben diesen Pachtzahlungen noch Weiteres, nämlich zum Beispiel Instandhaltungspauschalen und Gewinnbeteiligungen. Zudem überlasst der KSC der Stadt die Vermarktung des Stadionnamens. Den höheren Kosten, die mit dem neuen Stadion im Wildpark einhergehen, stehen ebenso deutlich gesteigerte Einnahmen im Bereich des Ticketings, der Business- und Logenbereiche sowie der Vermarktung gegenüber. Gemeinsam mit externen Beratern aus dem Bereich des Stadionbaus und -betriebs hat der KSC einen detaillierten Businessplan erstellt, der die finanzielle Leistungsfähigkeit nach Fertigstellung des Baus darstellt. Dieser Businessplan, der ebenso durch den KSC-Vermarktungspartner Lagardére Sports Deutschland bestätigt wurde, stellt die grundlegende, realistische Kalkulation dar, nach welcher wir den Erfolg des Stadions vorhersagen können. (Stadionwelt, 15.02.2017)

Bildergalerie: Neubau Wildparkstadion in Karlsruhe


Fotos Wildparkstadion (Karlsruhe, Deutschland)




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Kommentare:

Fabu am 22.03.2017, 08:11 Uhr

@ironimus - Dann gibt's wahrscheinlich eine Standardlösung wie in Ingolstadt, Halle oder Chemnitz mit 15.000 Plätzen. Die Pläne liegen bestimmt schon irgendwo in der Schublade. ;-)


ironimus am 21.03.2017, 15:34 Uhr

Wenn man in Karlsruhe nur endlich mal anfangen würde. Hoffentlich stimmt der Termin Anfang 2018. Womöglich spielt der KSC dann aber nur noch in der 3.Liga. Und was dann?


Bauhaus am 18.03.2017, 11:47 Uhr

Eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass in einem Stadion-Forum jede Investition in Stadion-Infrastruktur begrüßt wird... unglaublich was hier teilweise abgesondert wird. *kopfschüttel*

Aus Steuergeldern werden Museen, Theater, Konzerthäuser, etc. finanziert - warum also keine Sportarenen?!


Badener am 17.03.2017, 15:29 Uhr

Man sollte die Optionsmöglichkeit für ein verschliessbares Dach prüfen-die Multifunktionsfähigkeit ist heute eigentlich unabdingbar-und ein Veranstaltungshallenstadion dieser Größe gibtes im Lande nicht-nur Düsseldorf,Gelsenkirchen und die Tennisarena in Halle können den Deckel zumachen


Theo am 17.03.2017, 13:07 Uhr

keine Sorge, am Ende haftet dann der Steuerzahler (wie immer)! *Daumen hoch*


Nachtigall am 16.02.2017, 08:52 Uhr

„Liga-Zugehörigkeit spielt für den Bau keine Rolle“ - haben sie das in Aachen nicht auch behauptet..?!