17.07.2012 - DFL


Keine Stehplätze: Was wäre wenn?


Vor dem Fußball-Sicherheitsgipfel am heutigen Abend in Berlin hält sich Innenminister Friedrich laut Medienberichten ein Verbot von Stehplätzen für die Zukunft weiter offen. Stadionwelt hat ein Szenario entwickelt, falls die Stehplätze in den Stadien abgeschafft werden würden.

„Wir sind die einzigen in Europa, die sich für den Erhalt der Stehplätze eingesetzt haben. Zu den Privilegien gehören auch die billigen Eintrittspreise und der Wegfall der Zäune. Nun muss auch erlaubt sein, über die Privilegien nachzudenken“, äußerte sich DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock im ARD-Brennpunkt. Eine Abschaffung von Stehplätzen hätte nicht nur einige Umbaumaßnahmen zur Folge:

Für die 1. Bundesliga würde eine Abschaffung von Stehplätzen eine deutlich geringere Gesamtkapazität bedeuten. Fassen alle Stadien mit Stehplätzen zusammen noch 824.184 Zuschauer, würde die Kapazität durch einen kompletten Rückbau um etwa 100.000 Plätze auf 730.816 Besucher fallen. Der derzeitige Schnitt von mehr als 45.000 Zuschauern pro Spiel wäre nicht mehr zu erreichen, da im Schnitt je Stadion nur 40.600 Sitzplätze zur Verfügung stünden.

Auf Vereine, die einen Großteil ihrer Stehplätze an Dauerkarteninhaber reserviert haben, könnte ein weiteres, organisatorisches Problem zukommen. Einige Dauerkarteninhaber müssten zwangsläufig ihren angestammten Platz verlassen. Zudem müssten die Preiskategorien überdacht werden, um Einnahmeverluste auszugleichen ohne die soziale Komponente zu vernachlässigen.

Stadionwelt hat alle Spielstätten der kommenden Saison überprüft:

Dortmund: Mit der größten Stehplatztribüne Europas wäre der BVB von einer Abschaffung besonders schwer betroffen. Die Südtribüne mit 24.454 Zuschauern müsste zu einer reinen Sitzplatztribüne umgerüstet werden. Demnach würde sich die Kapazität von 80.720 Plätzen auf 65.614 Plätzen verringern. Wie bei den meisten anderen Erstligastadien würde dies aufgrund der WM- und Europapokalerfahrung kein Problem darstellen.

München: Die Allianz Arena ist bereits im Großen und Ganzen ein sogenanntes „All-Seater-Stadion“, lediglich im Bereich der Südkurve werden noch in einem Block Stehplätze angeboten, die mit Hilfe von sogenannten „Varioseats“ zu Sitzplätzen umfunktioniert werden könnten. Das Fassungsvermögen wurde lediglich um rund 4.000 Plätze von 69.901 Zuschauern auf 66.000 Plätze schrumpfen.

Gelsenkirchen: Die VELTINS-Arena würde wie bei internationalen Spielen über 54.142 Plätze verfügen. (mit Stehplätzen: 61.673 Zuschauer)

Mönchengladbach: Der Borussia-Park wird bei den kommenden internationalen Begegnungen 46.287 Zuschauer fassen. Das wäre auch der Wert bei Bundesligaspielen. (mit Stehplätzen: 54.047 Zuschauer)

Leverkusen: In Leverkusen würde sich durch eine Umwandlung von Steh- in Sitzplätze nichts verändern, da die Stehplatzbereiche mit „Vario-Seats“ ausgestattet sind und in der Bundesliga bislang nicht mehr Karten verkauft werden. Die Kapazität würde nach wie vor bei 30.210 Zuschauern liegen.

Stuttgart: Die Mercedes-Benz Arena ist in den Stehplatzbereichen, der Cannstatter Kurve und dem Gästeblock, vollständig mit „Vario-Seats“ ausgestattet. Die Kapazität verringert sich von 60.441 auf 54.906 Zuschauer. (mit Stehplätzen: 60.441 Zuschauer)

Hannover: Die AWD-Arena ist seit der vergangenen Saison ebenfalls Europapokal erprobt. Das Fassungsvermögen als „All-Seater-Stadion“ beträgt 44.000 Zuschauer. (mit Stehplätzen: 49.000)

Wolfsburg: In der VW-Arena ist bei internationalen Spielen Platz für 26.000 Besucher. Ein ähnlicher Wert wäre auch in der Bundesliga zu erwarten. (mit Stehplätzen: 30.000)

Wolfsburg: In der VW-Arena ist bei internationalen Spielen Platz für26.000 Besucher.Ein ähnlicher Wert wäre auch in der Bundesliga zu erwarten. (mit Stehplätzen: 30.000)

Bremen: Nach dem Umbau verfügt das Weserstadion bei internationalen Spielen über 37.441 Plätze. (mit Stehplätzen: 42.500 Zuschauer)

Nürnberg: Im Nürnberger Achteck wäre nach einer Umwandlung der Stehplätze in Sitzgelegenheiten Platz für 44.308 Fans. (mit Stehplätzen 48.548 Zuschauer)

Sinsheim: Die Kapazität der Rhein-Neckar-Arena würde sich ohne Stehplätze auf 25.641 Zuschauer verringern. (mit Stehplätzen: 30.150 Zuschauer)

Freiburg: Der Stehplatzanteil von 42 Prozent ist an der Dreisam besonders hoch. Geht man bei 10.000 Stehplätzen von einem Umrechnungsverhältnis Sitz-/Stehplatz von 1:2 aus, gäbe es in Freiburg nur noch rund 19.000 Tickets zu verkaufen. (mit Stehplätzen: 24.000 Zuschauer)

Mainz: Mit 14.150 Stehplätzen verfügt die Coface Arena über einen ähnlich hohen Anteil an Stehplätzen wie das Stadion in Freiburg. Eine Umwandlung der Steh- in Sitzplätze hätte eine Kapazität von 26.600 Zuschauern zur Folge. Damit würde sich die Kapazität um fast ein Viertel verringern. (mit Stehplätzen: 34.034 Zuschauer)

Augsburg: In der Fuggerstadt würde sich die Kapazität nur leicht auf 28.367 Plätze verringern. (mit Stehplätzen: 30.660 Zuschauer)

Hamburg: Bei internationalen Spielen besuchen bis zu 51.500 Zuschauer die Imtech Arena. (mit Stehplätzen: 57.000 Zuschauer)

Fürth: Den Aufsteiger träfe ein Stehplatzverbot hart .Rechnet man die Stehplätze in Sitzplätze im Verhältnis 2:1 um, ergäbe dies eine Kapazität von etwas mehr als 12.300 Zuschauern. Auch wenn ein neues Stadion bereits in Auftrag gegeben wurde, bräuchten die Kleeblätter vermutlich eine Ausnahmeregelung der DFL. (mit Stehplätzen: 15.200)

Frankfurt: In der Commerzbank-Arena würde sich im Fall einer Stehplatzabschaffung die Kapazität von 51.500 Zuschauern auf 48.500 Plätze verringern. (mit Stehplätzen: 51.500)

Düsseldorf: Die Düsseldorfer ESPRIT arena war vor dem sportlichen Aufstieg der Fortuna bereits ein „All-Seater-Stadion“. Erst nachdem Forderungen seitens der Fans laut wurden, installierte man Stehplätze. Ohne diese würde die Arena knapp 50.000 Zuschauer fassen. (mit Stehplätzen: 54.600)

(Stadionwelt, 17.07.2012)





        





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Kommentare:

Ballfreund am 11.09.2013, 07:44 Uhr

Der feine Unterschied zwischen einem "echten Stehplatz" (z.B. Nordkurve Nürnberg oder Südtribüne Dortmund) zu einem "unechten Stehplatz" (Ostkurve Berlin oder Gästebereich München) ist halt der Preis!


FcneinLebenlang am 10.09.2013, 08:36 Uhr

Wenn man die Stehplätze abschafft, gibt es nur riesen Proteste gegen den Dfb und Alles. Und nacher stellen die leute sich halt einfach hin, auch wenns ein Sitzplatz ist so wie im Gästeblock in München


FC Energie am 24.04.2013, 14:13 Uhr

Ich liebe Stehplätze sie dürfen einfach nicht abgeschaft werden!



F13 am 11.12.2012, 12:48 Uhr

Wird wohl eher schwierig mit den Stehplätzen, lieber Herr Innenminister.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/stadionsicherheit-bundesregierung-darf-stehplaetze-nicht-verbieten-a-872125.html


Daniel am 11.12.2012, 10:59 Uhr

KEINER der sich halbwegs auskennt will ernsthaft Stehplätze abschaffen, das ist nur Populismus und alle, die sich hier drüber aufregen, verschwenden Zeit und Energie, die anderswo wirklich gebraucht werden könnte... http://www.spiegel.de/sport/fussball/stadionsicherheit-wer-kaempft-hier-gegen-wen-a-871943.html


FF am 10.12.2012, 14:03 Uhr

Die Polizeikosten, Polizeieinsatz Stunden die Verletzten Zahl u.s.w. sind gestiegen in den letzten Jahren wieso wohl? Vielleicht, weil die Zuschauerzahl sich in den letzte 10 Jahren verdoppelt haben? Im Prozentuellen pro Person sin die Polizeikosten, Verletzte u.s.w. sogar gesunken aber davon will ja keiner wissen. Von Ärzte Pfusch sterben täglich 5.000 Menschen in Deutschland. Ein Tag ohne Ärzte wurden 5.000 überleben wisst ihr was? Verbieten wir es Ärzte zu arbeiten und verbieten wir, dass Auto fahren. Verbieten wir Stehplätze, Verbieten wir alle Öffentlichen Veranstaltungen, Verbieten wir Alkohol, Kippen, Verbieten wir einfach alles vielleicht sind wir, dann total \" Sicher \"


Stehplatz for Life am 10.12.2012, 14:02 Uhr

Man könnte meinen, die Kommentatoren, die Stehplätze generell ablehnen, hätten von Haus aus eine Abneigung gegen die Vergnügungen der friedlichen Masse. Vermutlich fordern Sie bald Knebel für laut schreiende Tennisspieler und Körperkontaktverbot im Handball. Stehplätze gehören zum Fussball seitdem er gepielt wird. Ich kann mich jedenfalls nicht an einen Allseater in England ab 1900 erinnern... Diese Diskussion der DFL ist zur Gänze lächerlich und ohne Grundlage. Scheinbar brauchen die Innenminister vorallem der Länder ein neues Feindbild nachdem es keinen Eisernen Vorhang mehr gibt und die Terrorgefahr trocken gelegt wurde. Soviel Phantasie der Politik erinnert mich doch mittlerweile sehr an die Legende vom \"Sender Gleiwitz\"....


Unterfrank am 10.12.2012, 12:15 Uhr

@... Geh in die Oper und ins Theater aber nicht ins Stadion!!


Casual-F95 am 10.12.2012, 11:18 Uhr

natürlich werden steher gebraucht! sonst würden sich ja nicht soviele drüber aufregen sie abzuschaffen ,also lass deine hohlen beiträge!


... am 09.12.2012, 23:30 Uhr

Stehplätzte braucht sowieso niemand.


F13 am 27.07.2012, 11:33 Uhr

@Unioner - Ich glaube mit deiner Aussage, dass Union den höchsten Anteil (ich gehe mal von % aus) an Stehplätzen hat, sehe ich nicht ganz so. Wenn ich da an Jahn Regensburg oder Sandhausen denke, haben die im Verhältnis bestimmt mehr Stehplätze.
Aber die Forderung nach einem Oktoberfestverbot kann ich nur unterstützen!


Unioner am 26.07.2012, 21:57 Uhr

Union hat in der zweiten Liga den höchsten Anteil an Stehplätzen. Von Seiten unserer Fans in das noch nie was passiert. Nicht umsonst haben wir im letzten Jahr den Fairplay-Preis der DFL erhalten. Die Rechnung Gewalt im Stadion=Stehplätze ist der größte Schwachsinn überhaupt. Überhaupt der ganze Hype. In Liga 1 und 2 waren im letzten Jahr 17Mio. Zuschauer im Stadion, davon sind 600 verletzt worden (wie ist hierbei noch gar nicht gesagt). Gegenbeispiel: Beim Müncher Oktoberfest gab es 7 Mio Gäste und mehr als 10.000 Verletzte. Wo bleibt die Forderung nach der einem Sitzplatzzwang auf dem Oktoberfest? Die Zahl der Einsatzstunden der Polizei bei Fussballspielen hat in den letzten 5J. um 25% abgenommen. Ich verstehe diesen ganzen Schwachsinn einfach nicht.


Casual-F95 am 18.07.2012, 16:53 Uhr

keine stehplaetze sind nur ein we?terer schritt zum tennispublikum!!aber das ist ja genau das was sie wollen!!!


Andreas am 18.07.2012, 09:54 Uhr

Selten so einen Blödsinn gelesen wie dein Eintrag.
BFC spielte gegen Lautern in einem reinen Sitzplatzstadion. -Hats was gebracht ? Ausschreitungern ohne Ende.
Union hat massig Stehplätze dort waren keine Auschreitungen beim Gastspiel des FCK.



fcb am 17.07.2012, 21:33 Uhr

Ja aber dafür gibt es, dann bei fasst allen Vereinen deutlich weniger Karten sowie die Belastung für die Fans wird deutlich teurer. Beispiel Bayern Karte Stehplatz 15€ bei 17 Spielen in der Buli macht es 255€ und wurde man da die Stehplätze abschaffen würde der FCB die Karten für 30€ Verkaufen im Unterrang und schon wären wir bei 510€ für Schüler, Studente, Arbeitslose sowie alte Menschen ist das einfach nicht zu bezahlen. Tut mir leid aber nicht jeder verdient die Stunde mehr als 15€


FossiBär am 17.07.2012, 19:06 Uhr

Weg damit !!! Ein ordentliches Stadion hat auch ohne Stehplätze über 67.999 Plätze !!! Wenn es woanders Unmenschen gibt die sich nicht benehmen können ist das die einzig logische Konsequenz um die Steuergelder nicht weiter mit ,von denen verursachten , Polizeieinsätzen zu verschleudern !!!


charles am 01.06.2012, 23:06 Uhr

egal dafür sind die sitze auch doppelt so teuer wie der stehplatz,also kein finanzieller verlust .


flierfy am 30.05.2012, 18:52 Uhr

Eine Mindestgrösse des gesamten Stadions ist unsinnig. Man kann Mindestgrössen für Kabinen, Presseplätze und Gästeblock vorschreiben, aber nicht für das ganze Stadion. Es gibt Vereine, die nur eine Saison in einer hohen Spielklasse spielen und danach wieder absteigen. Für die muss es die Möglichkeit geben, mit einem für die Spielklasse kleinem Stadion anzutreten. Nichts ist schlimmer als ein verweigerter Aufstieg auf Grund mangelnder Stadiongrösse.


SO4 Fan am 26.05.2012, 20:12 Uhr

Die Abschaffung der Stehplätze ist totaler Blödsinn! Die "Problem-Fans" werden trozdem im Stadion sein, da die meisten von ihnen im Besitz einer Dauerkarte sind. Die einzigen Personen die bei der Abschaffung im Nachteil sein werden sind Leute ohne Dauerkarte weil es weniger Tageskarten geben wird.


Rockhead am 25.05.2012, 19:47 Uhr

Stehplätze sind das Salz in der Suppe. Es dürfte ganz klar erwiesen sein, dass es auch in reinen Sitzplatzstadien zu Ausschreitungen kommen kann - als Beispiel schaue man nach Italien. Es ist ein Witz, dass Leute wie Theo zwanziger überhaupt noch etwas zu diesem Thema beitragen oder gar mit entscheiden (dieser Herr hat gänzlich den Bezug zur Realität verloren). Klar ist, Gewalt hat nichts im Stadion verloren, aber das mit dem Abschaffen der Stehplätze zu beseitigen zu glauben, zeugt von einer absoluten Dummheit!


Trainer Berger am 24.05.2012, 18:26 Uhr

Die Stehplätze gehören zu den besten Dingen, die die Bundesliga zu bieten hat! Als ob Sitzplätze die Ausschreitungen eindämmen könnten!!!


VfL Fan am 24.05.2012, 10:53 Uhr

Das ja mal ein Artikel und sogar optional Hertha BSC aufgeführt! Nur leider den VfL Wolfsburg (immerhin seit 15 Jahren in Liga 1) vergessen!


Lion81 am 23.05.2012, 17:01 Uhr

Wie würde es mit den Kapazitäten eigentlich in der 2. Liga aussehen?


choco 011 am 23.05.2012, 10:56 Uhr

Was wäre wenn .....alles kokolores , Tatsache ist das der Schiri das Spiel wieder angepfiffen hat. Hertha ist ein schlechter Verlierer und müßte abgestraft werden.Es wird auch im zweiten Verfahren nichts dabei rauskommen. Schmeißt Preetz raus und ihr werdet glücklich...:))


Bama am 23.05.2012, 00:32 Uhr

@Marcel: Genau das ist auch meine Meinung. Ich muss ehrlich gestehen, und ich war wie geschrieben im Stadion, dass ich den vielfach zitierten Hinweis des Stadionsprechers, dass bei der nächsten Störung ein Spielabbruch erfolgt, nicht mitbekommen habe.

Trotzdem und völlig unabhängig davon, muss das Spiel vom Schiedsrichter mindestens unterbrochen werden, als die ersten Fans über die Mauer kletterten und sich hinter den Werbebanden postierten. Das muss ein Assistent oder der 4. Offizielle sehen. Punkt. Hier liegt eindeutig eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns vor, die spielentscheidend war und deswegen verstehe ich auch nicht die Lobgesänge auf Wolfgang Stark. Obwohl ich ihm persönlich in dieser Situation (das Wiederanpfeifen ist etwas anderes) auch keinen Vorwurf mache, ist er immerhin für sein Gespann verantwortlich.

Um wieder den Bogen zum Thema der möglichen Abschaffung von Stehplätzen zu kommen. Dieses Relegationspiel in Düsseldorf hat damit so wenig zu tun wie das Freundschaftsspiel zwischen dem FC Bayern und der niederländischen Nationalmannschaft.


Daniel am 22.05.2012, 20:30 Uhr

@Bama: OK, das (ein mögliches Berliner Tor) habe ich nicht bedacht, das hätte die Situation selbstverständlich stark verändert. Wobei jedoch die von Dir genannten "einigen" direkt neben dutzenden (hunderten?) Polizisten standen. Es lässt sich nicht sagen, was passiert wäre, aber es musste wohl keiner um sein Leben fürchten, ein "Blutbad" hätte wohl nicht stattgefunden. Aber ich bin im Konjunktiv...

Davon abgesehen bin ich der Meinung, dass die Berichterstattung sehr tendenziös war. Da wurde von Hooligans geschrieben, die den Platz gestürmt hätten und manchmal klang es, als sei ein Platzsturm das Schlimmste, was in einem Stadion passieren kann. Das war schlicht übertrieben und ich würde mir wünschen, dass da ein bisschen mehr Nüchternheit in den Berichten gezeigt würde.


Marcel am 22.05.2012, 14:19 Uhr

Bzgl. Relegationsrückspiel sehe ich den Schiedsrichter in der Pflicht/Schuld, der das Spiel nicht abbrach und ich meine NICHT als der Platz in der 93 Minute gestürmt wurde. Nach der ersten Unterbrechung in der 60. Min wurde vom Stadionssprecher eindeutig davor gewarnt, dass das Spiel bei jeder nächsten Unterbrechung abgebrochen wird, was nach dem 2:1 für Fortuna und den darauf aufkommenden Störungen der Hertha BSC-Fans nicht getan wurde. Somit hat man den Stören auf beiden Seiten "Tür und Tor" geöffnet. Außerdem vermisse ich bei der Berichterstattung den Zusatz, das die Tribünen 1,5 m hoch sind, die Fans runtersprangen oder die Treppe benutze, die eig. von den Ordnern bewacht werden sollten, den armen ungelernten Schweinen, die man für 6 € die Stunde abspeist, was ein Skandal ist. Die Fans stürmten 3 Minuten lang den Innenbereich und man hätte da schon abbrechen müssen, das es dann zu einer "Verwechselung" nach einem Pfiff kam, war abzusehen.


Bama am 22.05.2012, 12:18 Uhr

@Daniel: Nein, der Platzsturm von Düsseldorf ist keinesfalls mit dem von Mainz 2009 zu vergleichen. Damals stand es 3:0 oder 4:0 und für Oberhausen ging es um rein gar nichts mehr.

Was allerdings wäre passiert, hätte Hertha in der 94. Minute ein Tor geschossen. Es wäre zu 97% der Nicht-Aufstieg von Fortuna Düsseldorf gewesen und dann stehen da hunderte, wenn nicht gar tausende Fans, traurig und wütend, nicht mal 2 Meter neben der Seitenauslinie, in der Coaching Zone, an den Eckfahnen?

Das kann man doch keinem Spieler zumuten. Und dann, das kann sich wohl jeder selbst ausmalen, wären einige (vielleicht auch nur wenige) nicht wieder einfach so zurück auf ihre Plätze gegangen. Dann wäre die Chance dagewesen seiner Wut Luft zu machen. Und die Bengalos hätten diese Leute dann vermutlich auch nicht hinter die Werbebande gelegt.


Daniel am 22.05.2012, 09:51 Uhr

Ich verstehe nicht, wie die Diskussion überhaupt aufgekommen ist bzw. welche "Argumente" herhalten müssen. Immer wieder heisst es "Platzsturm", wobei das doch fast schon als normal zu bezeichnen ist. Als Mainz 2009 zu Hause gegen Oberhausen den Aufstieg perfekt gemacht hatte standen in den letzten Minuten vor Abpfiff auch die Fans schon bis zur Torauslinie und warteten nur auf den Abpfiff - gleiche Situation wie in Düsseldorf.
Dass nun ein paar einen Pfiff falsch interpretieren, losrennen und dann alle anderen wie die Lemminge hinterher ("Ja nix verpassen"), das ist vielleicht "doof", "naiv" oder "unglücklich", aber doch kein Grund, irgendwelche Randalediskussionen zu beginnen und Stehplätze verbieten zu wollen.

Wie hier auch an anderer Stelle schon geschrieben kamen die Leute auch von ihren Sitzplätzen auf's Feld, es waren Familienväter mit ihren Söhnen, alte Männer, ja, schlicht "Normalos" und keine Krawallmacher/Hooligans/weissderTeufelwas.

Meiner Meinung nach ist die Diskussion viel zu weit weg von den Herta-Fans, deren Verhalten nach dem Düsseldorfer 2-1 schlicht kriminell und nicht zu rechtfertigen war. Wie kann man in dieser Situation das Spiel unterbrechen und sich so verhalten? Was sollte das bewirken? Hätte ich als Herta-Spieler auf dem Platz gestanden hätte ich mich gefragt, ob ich mir wirklich für solche Vollpfosten noch weiter die Lunge aus dem Hals rennen soll - man gibt nach so einem Vorfall wohl automatisch und unterbewusst nicht mehr 100%, es war also schlicht kontraproduktiv. (Achtung: das ist kein allgemeiner Angriff auf Berliner Fans, mir ist es im Prinzip egal, wer von den beiden nächstes Jahr erstklassig ist. Es hätte auch jeder anderen Mannschaft passieren können, ich verstehe das Verhalten halt generell nicht.)


Bama am 21.05.2012, 11:10 Uhr

Ich verstehe gar nicht, wieso gerade nach dem Spiel von Fortuna Düsseldorf - Hertha BSC so eine Debatte aufkommt. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, und ich war im Stadion, gab es bei diesem Spiel keine Auseinandersetzungen oder gar Gewalttaten durch irgendwen, geschweige denn Verletzte unter den Zuschauern.

Richtig ist: In der Kurve der Düsseldorf-Fans wurden vor, während und nach dem Spiel bengalische Feuer abgebrannt. Dies geschah aber bei weitem auch nicht ausschließlich in der Supporter Area, sondern auch in den gemäßigteren Stehplatz-Bereichen und im Sitzplatzbereich im Oberring.

Die bengalischen Feuer aus der Ecke der Hertha-Fans kamen alle aus dem Stehplatz-Bereich.

Die Zuschauer, die während des Spiels auf den Platz rannten, kamen von allen Tribünen. Der Co-Trainer von Hertha BSC, Ante Covic, berichtete von Menschen auf dem Dach der Trainerbank standen, also von der Haupttribüne unter den Business-Seats kamen. Auch von der Gegengeraden kamen viele Fans.

Fans von Fortuna Düsseldorf haben schon im Hinspiel im Olympiastadion viele bengalische Feuer gezündet. Hierbei handelt es sich wie geschrieben um ein reines Sitzplatzstadion.

Im Olympiastadion wurde vor gut 2 Jahren auch der Platz von Hertha-Fans gestürmt. Hierbei gab es ebenfalls keine Verletzten.

Fazit: Der Grund, weshalb man bspw. in England die Stehplätze abgeschafft hat, kann nicht als Argument für eine deutsche Veränderung der Stadionpolitik herhalten. Damals gab es Tragödien auf der Insel, die hier so nicht auftreten können, bzw. deren Wahrscheinlichkeit in Deutschland extrem gering ist.

Dass sich mögliche Problemfans in Stehplatzbereichen zusammenfinden mag richtig sein, birgt allerdings auch die Chance der besseren Kontrolle dieser, aufgrund ihrer Konzentration in einem Stadionbereich. Außerdem ist es eine soziale Aufgabe des Fußballs, für alle Schichten, jedes Alter und jeden Geldbeutel, Plätze in Bundesligastadien bereitzustellen.

In Berlin ist das nur durch Subvention der Kurvensitzplätze bei gleichzeitiger Verteuerung der Geradesitzplätze möglich. Dies kann und wird nicht bei allen Vereinen so sein.


Fabu am 21.05.2012, 08:29 Uhr

Ich glaube noch verherender wäre es, wenn die Stehplätze in Liga 2 und 3 verboten würden. Da gibt es eh schon viele Vereine, die am Limit ihrer finanziellen Möglichkeiten spielen. Da gäbe es wahrscheinlich eine zweite Liga mit 10 Mannschaften oder so und die dritte Liga kann man gleich komplett absagen, weil das so schon eine Pleite-Liga ist.


SIMON-FCB am 20.05.2012, 14:26 Uhr

@Tobias, In Berlin wird das kein Problem sein, da eine Haubtribüne mit Sitzplätzen gebaut wird. Und in der Bundesliga sollte es eine Mindestkapazität von 25000 Plätzen geben, und in der 2. Liga 10000, denn der FSV Frankfurt hat ein Stadion mit 12000 Plätze.



Olli am 20.05.2012, 13:16 Uhr

Trotzdem sind es in der MBA nicht die klassischen Vario Sitze. Vario Sitze sind die Teile die man früher im A und B Block gehabt hat.


vfb-jens am 19.05.2012, 21:42 Uhr

in der mercedes-benz-arena steht man auf den sitzplätzen.
diese können innerhalb weniger stunden in sitzplätze umgewandelt werden.
da ich dauerkarten besitze für diesen bereich bin ich mir hier 1000%ig sicher.


GMS-Essen am 19.05.2012, 19:25 Uhr

sitzplätze ganz verbieten


Tobias am 19.05.2012, 17:01 Uhr

Interessant wäre auch die Rechnung im Fall Union Berlin.


Olli am 19.05.2012, 12:38 Uhr

In der Cannstatter Kurve in der Stuttgarter MBA gibt es keine Vario-Seats mehr.
Der untere Bereich der Cannstatter Kurve ist eine reine Stehplatztribüne geworden.



Marcel am 19.05.2012, 00:08 Uhr

Ich spreche mich, trotz der Vorkommnisse in Düsseldorf, gegen eine Abschaffung der Stehplätze, für welche uns andere Ligen beneiden, aus. Ein weiterer Aspekt, der hier im Artikel über Greuther Fürth aufgeführt wurde, sollte überdacht werden, nämlich der Artikel 8 des Stadionhandbuchs des DFB/DFL, in welchem die Mindestkapazität der Stadion für die jeweilige Lige vorgegeben ist. In Liga 1+2 gelten die selben Regeln, "mindestens 15.000 Zuschauer, wobei mindestens 3.000 Sitzplätze vorhanden sein müssen.", die ich für nicht sinnvoll halte. Denn gerade bei der seit Jahren gestiegenen Zuschauerzahlen in beiden Ligen, doch v.a. in Liga 1, ist hier unbedingt eine Anhebung zu forcieren, da bei den bestehenden Vorgaben keine adäquate Anzahl an Gastmannschaftskarten zu Verfügung gestellt werden kann. Hierbei denke ich an 25.000 Zuschauer, wovon 10.000 Sitzplätze sein müssen.

Was haltet Ihr davon?

Mit freundlichen Grüßen, Marcel

Hier noch der Auszug aus dem Regelwerk:

: "Artikel 8 Kapazitäten

(1) Das Fassungsvermögen der Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga muss mindestens 15.000 Zuschauer betragen, wobei mindestens 3.000 Sitzplätze vorhanden sein müssen. Mindes- tens ein Drittel aller vorhandenen Sitzplätze soll gedeckt sein. Presse und Ehrentribünen müssen gedeckt sein. Für die Gästefans sind 10 % der Gesamtkapazität (Sitz- und Stehplätze), mindes- tens 1.500 Besucherplätze (Sitz- und Stehplätze), vorzusehen.
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(2) Stadien der 3. Liga müssen über eine Zu- schauerkapazität von mehr als 10.000 Plätzen, davon mindestens 2.000 Sitzplätze verfügen. Min- destens ein Drittel aller vorhandenen Sitzplätze soll gedeckt sein. Presse und Ehrentribünen müs- sen gedeckt sein. Für die Gästefans sind 10 % der Gesamtkapazität (Sitz- und Stehplätze), mindestens 1.000 Besucherplätze (Sitz- und Stehplätze), vor- zusehen.
Für eine etwaige Ausnahmegenehmigung im 1. Jahr müssen in Hinblick auf die Zuschauerkapazität min- destens 1.000 Sitzplätze vorhanden sein.
Die zweiten Mannschaften der Lizenzligen müssen ein Stadion mit einer Zuschauerkapazität von über 5.000 Besucherplätzen mit Benennung eines Aus- weichstadions für Spiele mit erhöhtem Zuschauer- aufkommen bzw. für Risikospiele nachweisen.
Zusätzliche Anforderungen bei UEFA-Wettbewerben
In Einzelfällen können Ausnahmeregelungen durch die DFB-Zentralverwaltung unter Mitwirkung der DFB-Kommission Prävention und Sicherheit getrof- fen werden.

(3) Die Stadien der Regionalliga (4. Spielklasse) müssen über eine Besucherkapazität von mehr als 5.000 Plätzen, davon mindestens 1.000 Sitzplätze verfügen. Mindestens ein Drittel aller vorhandenen Sitzplätze soll gedeckt sein. Presse- und Ehren- tribünen müssen gedeckt sein. Für die Gästefans sind 10 % der Gesamtkapazität (Sitz- und Steh- plätze), mindestens 500 Besucherplätze (Sitz- und Stehplätze), vorzusehen.
Für eine etwaige Ausnahmegenehmigung im 1. Jahr müssen in Hinblick auf die Zuschauerkapazität min- destens 500 Sitzplätze vorhanden sein.

Es gelten Zusätzliche Anforderungen bei UEFA-Wettbewerben."