17.03.2009 - Frankfurt


„Frankfurter Volksbank Stadion ist und bleibt unsere Heimat"


Clemens Krüger
Clemens
Krüger
Noch teilt sich der FSV Frankfurt die Commerzbank-Arena mit Eintracht Frankfurt, aber die Weichen für die Rückkehr in die umgebaute alte Heimat sind gestellt, wie Clemens Krüger, Leiter Finanzen & Lizensierung beim Zweitliga-Aufsteiger, im Interview berichtet.

Stadionwelt: Herr Krüger, welche Erfahrungen hat der FSV Frankfurt während seiner Zeit in der Commerzbank-Arena gemacht?

Krüger: Unterm Strich waren natürlich der Komfort, die Infrastruktur und Logistik eine gute Erfahrung. Fakt ist aber, dass diese große Arena vor dem Hintergrund unseres Zuschauerzuspruchs und der Kosten nicht wirtschaftlich ist. Egal in welcher Spielkasse man sich befindet – hier braucht man schon einen Zuschauerschnitt von 20.000 bis 22.000. Unser Schnitt von zuletzt 7.371 Zuschauern reicht da nicht. Hinzu kommt die rein emotionale Frage. Die Commerzbank-Arena ist nicht unsere Heimat, und dieses Thema wird auch von unseren Fans kritisch gesehen. Das Frankfurter Volksbank Stadion ist und bleibt unsere Heimat.

Stadionwelt: Kürzlich fiel die Entscheidung, dass Sie zurückkehren in das Frankfurter Volksbank Stadion …

Krüger: Wir waren seit Monaten mit dieser Angelegenheit beschäftigt, wir haben viele Gespräche geführt, auch mit der DFL. Was den kritischen Punkt der Rasenheizung betrifft, haben wir vor einigen Wochen eine positive Mitteilung erhalten: Wir werden das hinbekommen. Das Stadion wird auch 3.000 Sitzplätze aufweisen. Dass wir ein Flutlicht mit 800 Lux bekommen, ist ebenfalls geklärt. Dass wir die Gesamtkapazität auf 15.000 Plätze bekommen, sollte machbar sein, wir sind guter Dinge, hier mit der DFL auf einen Nenner zu kommen. Die Entwicklung in dieser Frage hängt ab von den seitens Land und Bund bereits bewilligten 10,5 Millionen Euro aus dem Infrastrukturprogramm, mit denen wir die neue Haupttribüne bauen und somit die 15.000 Plätze nachweisen können.

Stadionwelt: Es war bisher kein gerader Weg. Wird denn das Volksbank-Stadion wirklich Ihren Anforderungen entsprechen?

Krüger: Das Projekt ist ja gestartet mit einem Umfang von 4,5 Millionen Euro. Es lag zugrunde, dass das Stadion regionalligatauglich wird. Die Regionalliga war damals die 3. Liga, zwischenzeitlich ging dieser Vorgang dann über in die Anpassung an die Anforderung der neuen Dritten Liga. Da reichte die ursprüngliche Summe nicht mehr aus, die Pläne mussten überarbeitet werden. Und für die Zweite Liga kamen wiederum erhöhte Anforderungen, die aber nicht wesentlich höher liegen als die für die Dritte Liga. Wir haben kürzlich unsere Lizenzunterlagen abgegeben, gehen davon aus dass wir jetzt letztendlich auf dem richtigen Kurs sind und sind guter Dinge. Es wird auf jeden Fall ein Jahr des Übergangs werden, bis die neue Haupttribüne steht. Jedenfalls laufen alle Planungen für eine Zweitliga-Saison im Frankfurter Volksbank Stadion.

Stadionwelt: Wie viel Einfluss können Sie auf die Stadion-Planungen nehmen?

Krüger: Wir setzen alles daran, dass unsere Vorstellungen mit eingebracht werden. Inwieweit sich das alles eins zu eins umsetzen lässt, werden wir sehen. Wir sind uns insbesondere des Themas bewusst, dass wir auch auf die Vermarktungsmöglichkeiten Wert legen müssen.

Stadionwelt: Wie groß ist im Verein und dem Umfeld die Freude darüber, dass die Rückkehr bevorsteht?

Krüger: Es herrscht große Freude und Zufriedenheit, dass wir wieder in die Heimat zurückkehren. Wir sind auch der Meinung, dass wir dort ein größeres Zuschauerpotenzial generieren können. Wir sind zufrieden mit dem bisherigen Zuschauerschnitt, aber wir können ihn sicher noch verbessern. Außerdem erhoffen wir uns, dass wir mit der emotionalen Bindung aller an diese Heimat auch sportlich noch ein paar Prozent herausholen können. Der wirtschaftliche Vorteil besteht darin, dass wir in unserem Stadion unseren eigenen Umsatz machen können und diesen nicht mit einer Betreibergesellschaft teilen müssen. Noch haben wir allerdings in der Commerzbank-Arena eine bessere Vermarktungssituation. Im Frankfurter Volksbank Stadion werden erst einmal keine Logen zur Verfügung stehen. (Stadionwelt, 17.03.2009)





        





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