12.09.2012 - Sheffield


Akten über Hillsborough-Katastrophe veröffentlicht


Einer Online-Petition, an der sich deutlich mehr als 100.000 Menschen beteiligt haben, ist es zu verdanken, dass die britische Regierung nach 23 Jahren nun erstmals Einblick in zahlreiche offizielle Dokumente über die Hillsborough-Katastrophe gewährt hat.

Üblicherweise werden in Großbritannien Regierungsunterlagen erst nach einer Sperrfirst von 30 Jahren veröffentlicht. Durch die Petition hat das Parlament aber bereits im vergangenen eine Ausnahme gemacht und einer vorzeitigen Veröffentlichung von mehr als 400.000 Seiten zugestimmt, die von rund 80 Organisationen und Behörden stammen.

Opfer und Angehörige von Opfern konnten heute Morgen einen Blick in die Aufzeichnungen werfen, die allgemeine Öffentlichkeit soll am Nachmittag Zugang zu den vollständigen und unzensierten Unterlagen haben.

Die Hillsborough-Katastrophe gilt als die schlimmste Tragödie der britischen Sportgeschichte. Am 15. April 1989 kam es im Hillsborough Stadium in Sheffield zu 96 Toten und 766 Verletzen. Beim Pokalspiel zwischen dem Nottingham Forest FC und Liverpool FC wurden zu viele Menschen in den Liverpool-Fanblock gelassen, wodurch viele Besucher niedergetrampelt und an die Zäune gedrückt wurden. Der 1990 erstellte Untersuchungsbericht, als Taylor Report bekannt, sorgte unter anderem dafür, dass im britischen Fußball heute keine Stehplätze mehr vorhanden sind.

Bilder des Hillsborough Stadium finden Sie in dieser Galerie. (Stadionwelt, 12.09.2012)





        





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Kommentare:

Daniel am 13.09.2012, 14:28 Uhr

\"Nicht dümmlich herumpolemisieren, sondern einfach mal darüber nachdenken.\"
So weit malcolms letzter Satz in seinem 2. Beitrag.

\"Und seltsamerweise hat sich eine solche Katastrophe seit der Abschaffung der Stehplätze in England nicht wiederholt.\"
Das ist der direkt vorangehende Satz; Polemik trifft hier auf fehlendes Nachdenken - vgl. mit seinem letzten Satz. Letzteres hätte zu der Erkenntnis geführt, dass sich Hillsborough in Deutschland ebenfalls nicht wiederholt hat, trotz der Stehplätze.

Vorschlag: malcolm ab sofort in diesem Thread ignorieren, die Diskussion (falls es dann noch eine gibt) ruhig und sachlich weiterführen.



beha am 13.09.2012, 10:32 Uhr

Wären manche bereit,sich mit diesem Thema sachlich auseinander zu setzen,dann käme es vielleicht auch in den Köpfen der Pro-Sitzplan-Fraktion an.
Ich will es mal anders ausdrücken,vielleicht geht da bei manchen mal ein Lämpchen an.
Die Stehplätze waren n i c h t der Auslöser der Katastrophe,sondern daß die Polizei immer noch Fans in den Block leitete,als er schon überfüllt war,die Fans drückten von oben nach und die Massen wurden gegen die Absperrungen gedrückt.Wenn man überhaupt einer Sache die Schuld geben kann,dann sind es die Zäune,ohne Zäune keine Toten.Und für die,die hier so vehement Sitzplätze verteidigen,dann übertragen wir mal die Hillsborough-Situation auf einen eingezäunten Sitzplatzbereich.2000 Sitzplätze schon alle besetzt und dann läßt man einfach noch 2000 Fans in diesen Bereich,die sich Platz verschaffen.
Das Endergebnis dürfte ähnlich ausgesehen haben.


F13 am 13.09.2012, 08:32 Uhr

@Malcom3 - Es ist natürlich einfach, alles nur auf die Stehplätze zu schieben. Wenn du die Nachrichten verfolgt hast wurden hier die schwerwiegenden Fehler auf Seiten der Polizei, indem sie zu viele Menschen in den Block gelassen hätten. Auch hätten Menschen gerettet werden können, wenn die Sanitäter richtig gehandelt hätten.

Und jetzt noch einmal der Schwenker nach Deutschland. In Deutschland hat diese Debatte um die Stehplätze einen ganz anderen Hintergrund. Hier geht es um angebliche Gewalt u.a. die mit Pyrotechnik gleichgesetzt werden in bis dato unbekanntem Ausmaß. Wenn du das in den Medien verfolgt hast, dann hast du ein Paradebeispiel was purer Populismus abseits jeglicher Fakten ist.

Und nun Frage ich dich noch, hat es seitdem in Deutschland ein derartige Katastrophe trotz der vorhandenen Stehplätze gegeben?


Julian am 12.09.2012, 22:35 Uhr

Lieber malcolm3,

entgegen anderer häufig vorkommender Kommentare bei Stadionwelt, die sehr beleidigend sind, wurde hier stets sachlich und nüchtern kommentiert. Du bist der einzige, der hier etwas rauheren Wind reinbringt. Ich finde in den bisherigen Kommentaren kaum Stammtischniveau, sondern sogar eher bei dir wenn du von \"Stammtischexperten\" schreibst, die \"erst einmal das Lesen lernen [sollten]\".
Doch nun zum eigentlichen Thema:
Der Taylor-Report war mit Sicherheit ein wichtiger und sachlicher Bericht. Aber blind davon auszugehen, dass alles daran richtig ist, ist kein Muss. Kritisch bleiben gilt, so wie Du, malcolm3, es richtigerweise auch bist.
Es ist richtig, dass es bei Sitzplätzen kaum zu solch einer Katastrophe kommen kann, da Jeder dort einen fest zugewiesenen Platz hat und damit der Block nicht überfüllt werden kann. Allerdings kann man dieses Problem auch ganz einfach beheben, indem man auch bei Stehplätzen dafür sorgt, dass nicht zu viele Menschen in den Block kommen. Die Hillsborough-Katastrophe resultierte nicht primär von den Stehplätzen sondern vielmehr aus menschlichem Versagen. Mit der Abschaffung der Stehplätze hat man es sich leicht gemacht, das Problem im Keim erstickt, aber dafür ein großes Opfer hinnehmen müssen, die Abschaffung der Stehplätze (für die Verantwortlichen scheint es wohl kein großes Opfer gewesen zu sein). Man hätte das Problem auch wirkungsvoll bekämpfen können ohne die Stehplätze abzuschaffen. Siehe Deutschland, wo das super funktioniert, bzw. so eine Katastrophe glücklicherweise nie passiert ist, obwohl es schon immer Stehplätze gab.
Viele Waldbrände wurden durch fahrlässig fallengelassene Zigaretten ausgelöst. Soll man deswegen gleich Zigaretten verbieten?


ostarrichius am 12.09.2012, 21:26 Uhr

Ich hätte mal gesagt, es liegt hauptsächlich daran, dass es keine Zäune mehr als Abgrenzung zum Spielfeld gibt. Der Fluchtweg aufs Feld ist im Notfall immer möglich, schon allein dadurch kanns nicht mehr zu einer solchen Katastrophe kommen.


Petzmann am 12.09.2012, 19:56 Uhr

Schon mal drangedacht, dass es auch in reinen Sitzplatzblöcken zu Massenpaniken kommen kann??
Du tust grad so als wären Stehplätze Teufelswerk.


malcom3 am 12.09.2012, 16:42 Uhr

Ich glaube, die ganzen Stammtischexperten hier sollten erst einmal das Lesen lernen! Hier noch einmal meine beiden Hauptaussagen, damit es auch der Hinterletzte versteht:

- Der Taylor Report hat als eine der zentralen Maßnahmen empfohlen, die Fußballspielstätten in den englischen Profiligen in reine Sitzplatzstadien umzubauen.

- Nachdem diese Maßnahme umgesetzt wurde, hat sich in England eine derart schreckliche Tragödie wie die im Hillsborough Stadium nicht mehr zugetragen.

So, und wie lauteten jetzt noch einmal eure Gegenargumente?


... am 12.09.2012, 15:51 Uhr

@Malcolm3

Ich behaupte mal dass du hier nur große Reden schwingst und dich mit der Hillsborough-Katastrophe gar nie wirklich auseinander gesetzt hast. Denn dann würdest du wissen dass es zu massiven Fehlentscheidungen seitens der Sicherheitskräfte kam. So wurde nur ein Block frei gemacht wo ein ganzer Nebenblock leer blieb obwohl dieser auch für die Liverpool Fans gedacht war, als sich die Überfüllung des Blocks abzeichnete und schon Leute gegen die Zäune gedrückt wurden sah man auch keinen Anlass die Tore zu öffnen um eine Katastrophe zu verhindern. Das sind Fakten die als erwiesen gelten. Es kann daher kein Zufall sein dass man erst 23 Jahre danach die Akten offen legt...


F13 am 12.09.2012, 14:54 Uhr

@malcom3

Ich täte mal behaupten, dass dein erster Kommentar genauso unter Populismus fällt. Und wie dir schon schrieb, lag dies nicht nur an den Stehplätzen. Und so traurig es auch ist, aus solchen Fehlern wird meistens auch gelernt. So dürfen z.B. nur 2500 Leute in Deutschland pro Stehplatz-Block sein. (siehe Stadionhandbuch DFB/DFL). So müssen Stehplätztribünen wie die Südtribüne in Dortmund in einzelne Blöcke unterteilt werden.


malcom3 am 12.09.2012, 14:33 Uhr

War mir klar, dass jetzt wieder lauter populistische Stammtischäußerungen kommen, dass die Stehplätze doch üüüberhaupt nichts mit der Hillsborough-Tragödie zu tun gehabt hätten. Merkwürdigerweise ist der Taylor Report aber zu einem anderen Ergebnis gekommen. Und seltsamerweise hat sich eine solche Katastrophe seit der Abschaffung der Stehplätze in England nicht wiederholt. Nicht dümmlich herumpolemisieren, sondern einfach mal darüber nachdenken.


Mr.X am 12.09.2012, 14:22 Uhr

Stehplätze gehören zum Fußball dazu! Diese Tragödie konnte nur durch die Unaufmerksamkeit des Personals vor Ort passieren. Hoffentlich werden in England bald wieder Stehplätze eingeführt.


F13 am 12.09.2012, 14:15 Uhr

@malcom3

Ich denke, das lag nicht an den Stehplätzen selber. Da kamen viele Umstände zusammen, z.B. gibt es heute an den Zäunen Tore, die sich bei zu viel Druck öffnen. Zum anderen wurden viel zu viele Menschen in den Block gelassen. Durch die Behauptung, es liege nur an den Stehplätzen, damit machst du es dir zu einfach. Man muss schon alle Umstände der Katastrophe betrachten.


malcom3 am 12.09.2012, 14:00 Uhr

Tja, ohne Stehplätze wäre es nie zu einer solchen Tragödie gekommmen. Darüber sollten mal alle Stehplatzfanatiker nachdenken.