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13.01.2017 - Frankreich


Deutsche Nationalmannschaft startet in Handball-WM


Bildergalerie: Arenen der Handball-WM 2017 in Frankreich


In der Kindarena in Rouen trifft die deutsche Handball-Nationalmannschaft heute im zweiten Spiel der Gruppe C auf das Team aus Ungarn. Alle Gruppenspiele mit deutscher Beteiligung finden in Rouen statt.

Nachdem Gastgeber Frankreich das Eröffnungsspiel in der Pariser AccorHotels Arena gegen Brasilien souverän mit 31:16 für sich entscheiden konnte, startet heute das deutsche Team in Rouen ins Turnier. In der 5.600 Zuschauer fassenden Kindarena trifft die DHB-Auswahl um 17:45 Uhr auf die ungarische Nationalmannschaft.

Seit der Einführung von Handball- Weltmeisterschaften der Männer fand der Wettbewerb, der seit 1993 im Zweijahres-Turnus ausgetragen wird, erst 4 Mal außerhalb Europas statt – 1997 in Japan, 1999 in Ägypten, 2005 in Tunesien und 2015 in Katar. 2017 kehrt das wichtigste Turnier des Weltverbandes IHF mit der 25. Austragung nach Frankreich zurück und damit in das Land des Rekord-Weltmeisters mit bislang 5 Titeln, der bereits 1970 und 2001 WM-Gastgeber war.

Bis in das WM-Finale vordringen konnte bislang erst eine nicht-europäische Mannschaft; 2015 unterlag der Gastgeber Katar im Finale den Franzosen, die 2017 erneut zum engsten Favoritenkreis um den Titel zählen. Frankreich erhielt den Zuschlag für 2017 im November 2011, einziger Mitbewerber war Dänemark, das keine echte Niederlage erlitt, weil es schon 2019, gemeinsam mit Deutschland, WM-Gastgeber wird – ein Partner-Modell, das 2023 Schweden und Polen weiterführen, nachdem die Weltmeisterschaft 2021 zum zweiten Mal in Ägypten stattfindet.

Außergewöhnliche Arenen
Vom 11. bis zum 29. Januar 2017 werden in Frankreich 24 Nationalmannschaften aus 4 Gruppen mit je 6 Teams in 88 Spielen und 8 Austragungsorten um den Titel spielen. Die K.o.-Runden starten mit den Achtelfinals am 21. Januar, die ausgeschiedenen Gruppenteilnehmer spielen dann im President’s Cup separat noch die Platzierungen 17 bis 24 aus.

Die ACCOR HOTELS ARENA in Paris- Bercy ist unter anderem Schauplatz des Eröffnungsspiels Frankreich – Brasilien sowie des Finals mit den Zeremonien. In einer umfangreichen Maßnahme wurde innerhalb von 18 Monaten aus dem traditionsreichen Palais Omnisports eine im Oktober 2015 neu eröffnete Multifunktionsarena modernster Prägung, die für sich einen Platz unter den Top-5-Arenen weltweit in Anspruch nimmt. Die Konfigurierbarkeit sorgt für maximale Anpassungsfähigkeit an alle Event-Formate; die maximale Zuschauerkapazität beträgt demnach 17.000 bis 20.300.

Der ambitionierte Standort Lille Métropole im Norden Frankreichs kann mit einem spektakulären Stadion aufwarten: Das Stade Pierre Mauroy verfügt nicht allein über ein Schiebedach, sondern auch eine mit Hydraulik-System und Schienen dreidimensional konfigurierbare Aktionsfläche im Innenraum. So war das Stadion in der Veranstaltungssparte Sport unter anderem bereits Austragungsort von Fußball- und Basketball-Europameisterschaften. Die Handball-Maximalkapazität wird mit 27.500 beziffert, der aktuell gültige Zuschauerrekord von 27.423 Besuchern wurde indessen beim Tennis-Davis-Cup erzielt.

Das Handball-Spielfeld liegt in einer mit Vorhängen über der Mittellinie des Fußballfeldes abgetrennten Half-House-Variante nah an den steilen Beton-Tribünen. Zusätzlich werden auf Spielfeld-Niveau Teleskoptribünen bis an den Platz gelegt. Eine größere Verdichtung der Handball- Infrastruktur ist einem Großstadion wohl nicht möglich. Dafür, dass der Funke auf das Publikum in der ganzen Welt und die kommerziellen Partner überspringt, will der TV-Rechteinhaber beIN Sports sorgen – ein Unternehmen mit Sitz in Katar. Es sicherte sich im Februar 2014 das komplette TV-Rechte-Paket der IHF über 4 Jahre zum Rekordpreis von 81,9 Mio. Euro.

Das Budget für die Austragung der Handball-WM in Frankreich liegt bei 30 Millionen Euro und setzt sich wie folgt zusammen: Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf und den Hospitality-Angeboten machen mit 18 Millionen Euro den Großteil aus. Der Staat Frankreich und die jeweiligen Kommunen unterstützen die Weltmeisterschaft mit insgesamt 8 Millionen Euro. Die Partner, Sponsoren und Ausrüster der WM zahlen weitere 2 Millionen Euro. Die restlichen 2 Millionen Euro kommen sowohl vom internationalen (IHF) als auch vom französischen (FFHandball) Handballverband. (Stadionwelt, 11.01.2017)




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