Startseite Stadien

Aktuelles
News & Storys
Interviews
Updates
Stadion-Wahl

Newsletter

Statistik/Umfragen
TOP 100
Umfragen

Fotos/Guides
Deutschland
International
Österreich
Schweiz
England
Italien
Spanien
Updates

Stadionneu- & Umbau
Deutschland
International

Specials
WM 2002
WM 2006
WM 2010
WM 2014
WM 2018
EURO 2004
EURO 2008
EURO 2012
EURO 2016

Intern
FAQ
Fotos einsenden
Impressum

22.07.2010 - München
 

“Man muss hartnäckiger sein“


Münchens Oberbürgermeister Ude hat dem TSV 1860 München einen Umzug ins Olympiastadion empfohlen. Stadionwelt sprach mit Roman Beer, Architekt und Erster Vorsitzender des Vereins Freunde des Sechzger Stadions e.V., über diese jüngsten Entwicklungen.

Roman Beer
Roman Beer

Stadionwelt: Der neue Vorschlag steht: Die 60er sollen ins Olympiastadion zurückkehren. Da wollte man früher schon raus, bevor es die Arena gab. Wie steht ihr dazu?
Beer: Das wäre eine Wahl aus rein wirtschaftlichen Zwängen. Die derzeitige Situation ist gefährlich für 1860 München, die Mietbedingungen in der Allianz Arena sind für den Verein nicht zu stemmen. Dass wir mit dem Olympiastadion nicht glücklich sind, ist bekannt. Es ist nicht überdacht, die Entfernung zum Spielfeld ist zu groß, es kommt keine Stimmung auf. Bei Spielen der Löwen würden sich vielleicht 15.000 bis 20.000 Zuschauer in der Betonschüssel verlieren. Das ist aber weder sportlich noch im Sinne von Markenbildung und Identitätsstiftung förderlich für die Zukunft von 1860.

Stadionwelt: Wie habt ihr die Entscheidung im Cateringprozess aufgenommen?
Beer: Noch im März waren die Signale positiv, dass tatsächlich eine Monopolstellung vorliegt, weil keine anderen Spielstätte für 1860 München zur Verfügung steht. Durch den Ausschluss von Fußballspielen im Olympiastadion und dem im Gegenzug vereinbarten Verzicht auf Freiluftveranstaltungen in der Allianz Arena ist diese Situation eigentlich gegeben. Das Gericht hat dies jetzt allerdings anders entschieden, unter anderem mit dem Hinweis auf den Generali Sportpark in Unterhaching.

Stadionwelt: Wäre ein Umzug nach Unterhaching eine Alternative aus eurer Sicht?
Beer: Ein Umzug nach Unterhaching hätte als kurzfristige Lösung seinen Charme. Die Gemeinde wäre über einen weiteren Mieter sicher sehr froh, so dass man auf günstige Mietkonditionen mit absehbaren Laufzeiten hoffen könnte. Es bleibt allerdings das Stadion eines Lokalrivalen, wäre mit 15.000 Zuschauern recht klein und liegt zudem auch außerhalb des Stadtgebiets. Es gibt jedoch Stimmen unter den 60-Fans, die Unterhaching als Übergangslösung favorisieren würden.

Löwen hoffen weiter auf ihr eigenes Stadion<br />Bild: Peter Reiser
Löwen hoffen weiter auf ihr eigenes Stadion
Bild: Peter Reiser

Stadionwelt: Wie realistisch ist diese Option?
Beer: Das ist schwierig einzuschätzen, der TSV 1860 München kann aus verschiedenen Gründen wenig Einfluss nehmen. Weder die Bayern, noch die Stadt und natürlich auch nicht die Olympiapark GmbH könnten daraus Vorteile erzielen. Den Bayern entfiele die Verhandlungsgrundlage mit dem Olympiapark für eine Öffnung der Arena für Konzerte, weil im Olympiastadion ja weiterhin kein Fußball gespielt werden würde. Somit könnte es zu dem Fall kommen, dass die Bayern eine Ablöse für die Kündigung des Mietvertrages durch die Löwen fordern könnten.

Stadionwelt: Was könnte die Stadt gegen einen Umzug nach Unterhaching haben?
Beer: Der Stadt käme eine Nutzung des Olympiastadions durch 1860 sehr gelegen. Zum einen kann man im Zuge der Bewerbung für Olympia 2018 auf die nachhaltige Nutzung der Olympiastätten verweisen. Zum anderen dient es natürlich auch der Außendarstellung gegenüber den Münchner Bürgern. Das Defizit der Olympiapark GmbH würde gemindert. Dass es sich dabei um einen Tropfen auf den heißen Stein handelt, kann man gut unter den Tisch kehren. Die krampfhafte Suche nach einer Nutzung des Olympiastadions lässt sich gut an dem Vorschlag, DTM-Rennen dort zu veranstalten, ablesen.

Stadionwelt: Wie sehen die vertraglichen Inhalte einer Nutzung des Olympiastadions aus? Welche Gefahren seht ihr?
Beer: Finanziell wäre es für 1860 eine deutliche Verbesserung, aber die Stadt fordert meines Wissens eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren. Als Begründung werden dazu Sanierungsmaßnahmen, unter anderem der Rasenheizung, um das Stadion wieder fußballtauglich zu machen, vorgebracht. Daher soll die lange Laufzeit diese Investitionen absichern. OB Ude will hier sicher auch die Diskussion um das in seinen Augen leidige Thema „Rückkehr ins Grünwalder“ beenden. Aber wie wir am Beispiel der Allianz Arena gesehen haben, wo bei einem 20-jährigen Mietvertrag bereits nach fünf Jahren über den Auszug verhandelt wird, ist das sehr kurzfristig gedacht. Sollte es mit 1860 und dem Olympiastadion nicht gut gehen, dann sind die Verträge das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen.

Stadionwelt: Wie groß ist der Frust, dass nach der Ablehnung des Umbauprojektes an der Grünwalder Straße im März auch der neue Vorschlag weg von einem 60er-Stadion führt?
Beer: Der ist schon groß. Die ablehnende Meinung der Stadtspitze zum Ausbau des Stadions an der Grünwalder Straße stand wohl schon vor der Prüfung fest. OB Ude hatte die Pläne vor der Präsentation nicht gesehen und dann binnen Minuten als nicht realisierbar abgelehnt. Da fehlt schlichtweg der politische Wille. Das Baurecht wird hier immer als Totschlagargument genutzt. Überspitzt formuliert: Wenn man will, deklariert man ein Projekt nach dem ersten heraus gezogenen Nagel als Neubau und verbietet es somit.

Leere Ränge - das Olympiastadion gilt als Stimmungskiller<br />Bild: Stadionwelt
Leere Ränge - das Olympiastadion gilt als Stimmungskiller
Bild: Stadionwelt

Stadionwelt: Wie groß ist nach den Rückschlägen der Vergangenheit die Hoffnung auf ein 60er-Stadion?
Beer: Realistisch betrachtet ist das zumindest kurzfristig nicht zu verwirklichen. Deshalb muss man zunächst das kleinstmögliche Übel wählen. Allerdings bietet kein anderes Stadion wirklich die Aussicht auf eine bessere Zukunft der Löwen. Daher bleibt unser Ansporn ungebrochen und die Motivation hoch. Dass im Dezember 2009 eine zehn Millionen Euro teure Sanierung für das Stadion an der Grünwalder Straße vom Stadtrat einstimmig beschlossen werden würde, war im vergangenen Sommer auch nicht realistisch, aber man sieht daran, was gute Lobbyarbeit bewirken kann. Daran muss auch der TSV 1860 arbeiten und in dem Bereich hartnäckiger und besser werden. Im März haben mir da die Steherqualitäten im Verein gefehlt, man hat zu früh aufgegeben. Der politische Kampf um ein eigenes Stadion ist ein zähes Ringen und kein einfacher Weg, aber diesen muss man gehen! (Stadionwelt, 22.07.2010)




Social Networks:






Weitere News
21.07.2010 - Offener Brief der Freunde des Sechz´ger Stadions
19.07.2010 - Bedingungen für Löwen-Rückkehr ins Olympiastadion
15.07.2010 - Ude empfiehlt Löwen Umzug ins Olympiastadion
05.07.2010 - DTM im Münchener Olympiastadion
21.05.2010 - Bewerbung um Leichtathletik-EM 2018
Alle 104 News anzeigen

Besuchen Sie uns auf
Stadionwelt auf Twitter

Besuchen Sie uns auf
Stadionwelt auf Facebook

Die aktuelle Umfrage

Hier abstimmen!

Newsletter
Stadien und Arenen
Holen Sie sich jede Woche die wichtigsten Informationen rund um Stadien und Arenen in Ihr Email-Postfach!

Zur Newsletter
Anmeldung
Faszination Stadion 2006 - Die WM-Stadien



Faszination Stadion 2006
jetzt bestellen!


Stadionwelt Fotoservice

Neu- & Umbau

27.08.: Weserstadion
20.08.: Coface-Arena
18.08.: 49ers Stadium
Stadionwelt-Arenen
Fotos, Hallenlisten, Neu- und Umbauinformationen

01.09.2010 - Freiburg:
Wird die Franz-Siegel-Halle nun doch saniert?
25.08.2010 - Basketball-WM 2010:
Noch drei Tage bis zur Weltmeisterschaft
24.08.2010 - Zug:
Bossard-Arena feierlich eröffnet
20.08.2010 - Neu-Ulm:
Baufortschritt per Webcam verfolgen
18.08.2010 - WM 2010:
WM-Start rückt näher