Olympische Sommerspiele 2016




Olympia Rio 2016


Zeit für Neues


Im dänischen Kopenhagen fiel im Oktober 2009 die Entscheidung: Die Spiele der 31. Olympiade finden in Rio de Janeiro statt. Als Jacques Rogge gegen 19 Uhr Ortszeit das Ergebnis verkündete, war klar, dass es 2016 Zeit für etwas Neues wird: Erstmals in der Geschichte werden die Olympische Spiele auf dem südamerikanischen Kontinent ausgerichtet, somit auch erstmals in Brasilien. Dazu ist erstmals ein portugiesisch-sprachiges Land Austragungsort der wohl wichtigsten Sportveranstaltung der Welt.

Für die sportbegeisterten Brasilianer wird es das dritte Großereignis innerhalb einer Dekade werden: 2007 war Rio de Janeiro Veranstalter der Panamerikanischen Spiele und 2014 wird der bevölkerungsreichste Staat Südamerikas die Fußball-Weltmeisterschaften ausrichten. In vier Zonen (sowie den Stadien außerhalb Rio de Janeiros) ist geplant, die verschiedensten Wettbewerbe auszutragen. Bekannteste Veranstaltungsorte sind sicherlich die Copacabana und das Maracana-Stadion, das neben den Fußball-Wettkämpfen auch den Eröffnungs- und Abschlussfeiern als Austragungsort dienen wird. Damit sorgen die Organisatoren für ein weiteres Novum: Erstmalig werden die Feierlichkeiten zur Eröffnung und zum Abschluss der Spiele nicht in dem Stadion stattfinden, das auch die Leichtathletik-Wettbewerbe beheimatet.

Vier Anläufe nahm Rio de Janeiro zuvor, um die Olympischen Spiele an den Zuckerhut zu bringen. Sowohl 1936 (Berlin) und 1940 (Tokio, dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen) als auch 2004 (Athen) und 2012 (London) scheiterte die Bewerbung deutlich. Zu groß waren die Bedenken bezüglich der Infrastruktur, der Sicherheit und der allgemeinen Kompetenz, solch eine Großveranstaltung organisieren zu können. Je größer die Olympische Bewegung wuchs, je höher die Anforderungen an die Ausrichter der Spiele wurden, je mehr sich das IOC dem Olympischen Motto „Citius, altius, fortius“ (Schneller, höher, weiter) widmete, desto unwahrscheinlicher schienen Spiele auf dem südamerikanischen Kontinent, besonders in Brasilien, zu werden.

Die Ausrichtung der Panamerikanischen Spiele 2007 kann als eine Art Wendepunkt bezeichnet werden: Rio de Janeiro überzeugte mit den größten Spielen der Geschichte. Dies war sicherlich ein Grund, weshalb das IOC die brasilianische Metropole von der „applicant city“ zu eine der vier „candidate cities“ beförderte. Die Bewerbung Rio de Janeiros, die als Logo den Zuckerhut in den Vordergrund stellte, sah sich nun den Kontrahenten aus Chicago, Madrid und Tokio gegenüber. Als Hauptkontrahent der brasilianischen Ambitionen wurden die US-amerikanischen Bemühungen angesehen, die nicht zuletzt durch den Zuspruch des neu gewählten Präsidenten Barack Obama als Schub gewannen.

Doch Chicago überstand schon die erste Wahlrunde nicht, so dass Rio de Janeiro seiner Favoritenrolle im weiteren Verlauf gerecht wurde. Mit 66 zu 32 Stimmen setzte sich die Stadt am Zuckerhut im dritten Wahlgang gegen Madrid durch. Man kann es auch als ein Zeichen des IOC sehen: Manchmal siegt die Leidenschaft für den Sport doch über das Perfektionsstreben im Hintergrund.


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