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Stadionwelt » Stadionwelt-Fans » News & Storys » 1. FC Kaiserslautern
17.02.2009 - 1. FC Kaiserslautern
 

Fans terminieren Spieltage auf eigene Faust


Die Fanorganisation „Kein Kick vor Zwei-Kaiserslautern“ hat auf die momentane Vergabe der Montagsspiele in der zweiten Liga reagiert. Sie nahm der DFL die Arbeit der Spieltagsterminierung ab und legte die Spieltage kurzerhand selbst fest.

Aktiver Protest der Fans aus Kaiserslautern gegen die neuen Anstoßzeiten<br />Bild: www.der-betze-brennt.de
Aktiver Protest der Fans aus Kaiserslautern gegen die neuen Anstoßzeiten
Bild: www.der-betze-brennt.de

Von den bisherigen 21 Spieltagen in der aktuellen Saison hat Kaiserslautern achtmal Montags gespielt. Das sind mehr als 40 Prozent und für die Anhänger des Pfälzer-Clubs eindeutig zu viel. Weshalb sie sich mit einem offenen Brief an die DFL wandten.

Stadionwelt dokumentiert das Schreiben der Fans des 1. FC Kaiserslautern:

Aus Protest gegen kurzfristige Spielansetzungen und gegen fanunfreundliche Bundesliga-Anstoßzeiten haben Fans des 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Freitag einen offenen Brief an die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) gesendet. Der Brief stammt von der im Sommer 2008 gegründeten „Initiative Kein Kick vor Zwei – Kaiserslautern“, die von einer breiten Fanbasis des pfälzischen Traditionsvereins unterstützt wird. Man habe, heißt es im Brief, für die DFL die Terminierung der Spiele des Vereins übernommen, um endlich wieder die Interessen der Fußballfans im Stadion und vor dem Fernseher in den Mittelpunkt zu stellen. In der Vergangenheit habe die DFL vermehrt den Eindruck erweckt, ihr ginge es nur noch um Vermarktungsinteressen und nicht mehr um die Anliegen der Fans. „Das ist umso erstaunlicher, als die DFL wiederholt betont hat, dass die deutsche Zweite Bundesliga die wirtschaftlich, infrastrukturell und qualitativ führende zweite Liga Europas sei“, erläutert Tim Wiedemann, Mitgründer der Initiative.

Der Initiative geht es darum, dass die Bedürfnisse der Fans zukünftig wieder gehört werden. „An den ersten 21 Spieltagen der aktuellen Saison tritt der FCK nur ganze sechs Mal am Wochenende an, alle anderen Spiele finden an Wochentagen statt, davon alleine acht Montag Abends“, erklärt Sebastian Schwerdt. „Vielen Fans ist es so nicht mehr möglich, Spiele ihres Lieblingsverein im Stadion zu verfolgen. Wenn man Auswärtsspiele sehen möchte, muss man sich sogar zwei Tage Urlaub nehmen. Welcher Arbeitgeber macht denn so etwas ständig mit?“, so Schwerdt. Bei den sechs von den Fußballfans terminierten Spieltagen tritt der Verein fünf Mal Sonntag Nachmittags an, Ausnahme bildet allein die englische Woche, in welcher der FCK Mittwoch Abend aufläuft – nicht aber, wie von der Liga gewünscht um 17:30 Uhr, sondern aus Rücksicht auf die „hart für ihr Eintrittsgeld arbeitenden Fans im Stadion und vor dem TV“ erst um 20:00 Uhr. Dabei habe man, heißt es im Brief weiter, ebenfalls all jene „relevanten Einflussfaktoren der Spieltagsplanung berücksichtigt“, die von den Wirtschaftsfachleuten der DFL für gewöhnlich als Begründung herangezogen würden. Die Initiative hofft sehr darauf, dass die von den Fans vorgenommene Terminierung der Spieltage den Ligabossen ausreichend Zeit gebe, „in der Sie Ihre Einstellung bezüglich Fußballfans überdenken können: damit Fußballfans wieder als wichtiger Bestandteil des Sports angesehen werden, als Gäste im Stadion willkommen sind und eben nicht nur als „TV-Konsument“ erwünscht sind“.

Die Initiative „Kein Kick vor Zwei – Kaiserslautern“ wird von einer breiten Fanbasis unterstützt. Auf der Jahreshauptversammlung im Dezember 2008 wurde der von der Initiative eingereichte Antrag, der Verein möge sich offiziell für fangerechte Anstoßzeiten stark machen, ohne Gegenstimme von den Mitgliedern des 1. FCK angenommen. Außerdem inszenierten die engagierten Fußballfans vielfach Aufsehen erregende Aktionen im Fritz-Walter-Stadion, unter anderem bei der Partie gegen Alemannia Aachen, als über 20.000 Fans von Heim- und Gastmannschaft ihre Meinung kund taten und den fanfeindlichen TV-Anstoßzeiten eine symbolische rote Karte zeigten. In ganz Deutschland wird die bundesweite Initiative „Kein Kick vor Zwei“ von unzähligen Fanclubs nahezu aller Vereine und aus allen Ligen unterstützt.




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