Gästemanagement für die Zukunft
Eine Möglichkeit das Gästemanagement nicht nur kompetent und schnell sondern auch günstig, ohne Strom und unabhängig vom Standort zu gestalten, präsentiert nun die Firma Guest Control aus Hamburg. Mit dem Konzept Smart-Control soll das kein Problem mehr darstellen.
Dabei handelt es sich um ein System, das auf Namensschildern mit integrierten RFID-Chips (Radio Frequency Identification) basiert, die über spezielle Mobiltelefone des Herstellers Nokia erfasst werden und ihrerseits mit einem Server kommunizieren – eine Kette aus Smartcard, Smartphone und (Smart) Server sozusagen. „Die erforderliche Technologie gibt es schon lange, bisher wird sie aber in Europa nur selten genutzt“, erklärt Oliver Maître, Managing Director von Guest-Control. „Die von uns eingesetzten Handys arbeiten mit der so genannten NFCTechnologie.“.
Und so funktioniert das Ganze
Bild: Guest-Control
Near Field Communication bezeichnet einen im Jahr 2002 entwickelten Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten. Laut Oliver Maître werden die Nokia-Handys durch Guest-Control mit einer speziellen Software-Applikation versehen, die über das GSM-Mobilfunknetz (Global System for Mobile Communications) mit dem zugehörigen Server kommuniziert: „Die zentrale Idee ist, dass das Handy als Check-in-Station dienen kann!“, so Maître. „Man benötigt keine Internetanbindung und auch keinen Strom mehr, sondern lediglich das Handy, mit dem die verantwortliche Hostess an beliebigen Punkten einer Veranstaltung flexibel eingesetzt werden kann.“.
Maître weist explizit darauf hin, dass dank der kompakten Lösung unter anderem Kosten für den Transport des sonst eher großvolumigen Equipments deutlich reduziert werden können. Datenverluste sollten dank Zwischenspeicherung selbst bei einem kurzzeitigen Verlust der Mobilfunkverbindung nicht auftreten.
Bei den zum Einsatz kommenden Mobiltelefonen handelt es sich um spezielle Modelle, die hierzulande eher selten anzutreffen sind. Guest-Control ist daher zwischenzeitlich Nokia-Händler geworden und bei einem großen Distributor gelistet, so dass die Beschaffung selbst hoher Stückzahlen kein Problem darstellt. Dass Mobiltelefone mit NFC-Technologie mangels generellem Käuferinteresse eventuell einmal ausgemustert werden könnten, glaubt Oliver Maître nicht: „Es werden ganz im Gegenteil künftig mehr mit dieser Technologie ausgestattete Handys auf den Markt kommen!“.
Möglichen Bedenken gegenüber der unbemerkten Erfassung per RFID setzt Oliver Maître übrigens entgegen, dass das Auslesen der Daten mit dem System von Guest-Control in einem Nahbereich von etwa vier Zentimetern zwischen RFID-Chip und Handy erfolgt – der Gast weiß also, dass sein Chip erfasst wird, was bei anderen Lösungen, beispielsweise bei zu durchschreitenden Gateways, mitunter nicht der Fall oder zumindest nicht derart offensichtlich ist.
„Wir denken bereits intensiv über weitere Einsatzmöglichkeiten für Smart-Control nach“, berichtet Oliver Maître. Geplant ist unter anderem eine zum Beispiel im Ausgangsbereich von Veranstaltungen platzierbare Säule, an der die Teilnehmer ganz einfach ein Feedback abgeben können, indem sie ihre RFID-Karte etwa an eines von drei Feldern – gut/mittel/schlecht – halten. Auch der typische Infokiosk könnte auf Messen eine neue Interpretation erfahren, indem zu verschiedenen Themen nicht mehr gedruckte Papierbroschüren bereitgehalten werden, sondern der Gast automatisch ein PDF mit den ihn interessierenden Themen zugestellt bekommt, sobald er seine Karte an den entsprechenden Kiosk hält. Denkbar wäre auch eine „virtuelle Schnitzeljagd“, die auf vielfältige Art und Weise in Event-Konzepte eingebunden werden kann: Transponderkarten ließen sich beispielsweise an verschiedenen Punkten auf einem Firmengelände „verstecken“, um von den mit Handys ausgestatteten Teilnehmern gesucht und gefunden zu werden. Für jeden Punkt ließe sich auf der Speicherkarte des Handys eine Videosequenz hinterlegen, die Hinweise für den weiteren Verlauf der Suche gibt oder auch zu bestimmten Aktionen auffordert. (Stadionwelt, 27.8.2009)